2000 Jahre Freiheitskampf –
oder doch „nur“ 900
B. Ullrich
Wilhelm Kammeier, dem Gerrit
Ullrich mit der Namenswahl für unseren Verein ein Denkmal setzen wollte, ist
nun schon über 50 Jahre tot, aber die von ihm erarbeiteten Erkenntnisse über
die systematische Fälschung/ Verfälschung/Erfindung unserer
deutsch-europäischen Geschichte sowie des Urchristentums haben noch nicht
einmal Eingang in die meisten Köpfe derjenigen gefunden, die sich mit der
ebenfalls systematischen Verfälschung und Umdeutung der Geschichte des 20.
Jahrhunderts beschäftigen. Immer noch geistert ein „Karl der Große“ durch die
nationale Literatur, kniet ein König Heinrich vor Canossa, ist das Christentum
2.000 Jahre alt, wird ein „Heiliges römisches Reich (deutscher Nation)“ als
erstes Deutsches Reich angesehen, usw.
Einerseits schüttelt man in
den Kreisen, die einen Geschichtsrevisionismus für das 20. Jahrhundert
anstreben, zwar den Kopf über die Hartnäckigkeit, mit der der „unaufgeklärte Bundesbürger“
die Geschichtsschreibung über die seinen Eltern/Großeltern zugeschriebenen
Verbrechen verteidigt. Andererseits vermag man sich selbst nicht zu lösen von
geschichtlichen Figuren, die schon von Kammeier unter Anwendung des gesunden
Menschenverstandes in den Bereich der Legenden verwiesen wurden. Auch
Gerrit Ullrich stellte in seinem Werk „Der gefälschte Mensch“ fest:
„Wie widersinnig das gesamte
heutige Geschichtsbild aufgebaut ist, bestätigt sich schon aus dem Fehlen
jeder allein technischen Möglichkeit, die Germanen großflächig zu missionieren.
Das Germanien der frühen damaligen Zeit, ohne große Städte, ausschließlich aus
dörflichen Familienverbänden bestehend, die, eingebunden in ihren Stamm, über
größte Teile des europäischen Raums verteilt waren, hätte eine ganze Heerschar
von Missionaren erfordert. Die „Missionierung“ hätte sich nicht nur über
Jahrhunderte hingezogen, sondern hätte, wird den Missionaren nicht ein
permanenter militärischer Schutz beigestellt, sehr schnell ihr Ende mit dem
Ableben der Missionare gefunden. Nach dem heutigen Geschichtsbild aber soll es
völlig ausgereicht haben, daß ein Karl der Große bei den Externsteinen die
Irminsul - das Abbild des germanischen Weltenbaumes - hat zerstören lassen, um
sofort einige Tausend Sachsen zur Taufe zu bewegen (was besagen soll, daß sie
damit auch sofort und umgehend ihre uralte Ordnung und alles darauf Aufbauende
abgelegt hätten und nun fromme und imperialistisch brauchbare Christen geworden
waren), während andere Tausende hingemetzelt wurden, und schon soll das Land
bis ins letzte Dorf zum christlichen Glauben bekehrt gewesen sein. Solches ist
einfach unmöglich und noch nicht einmal als Märchen zu gebrauchen. Und nicht
nur das. Mit dem christlichen Glauben war nun einmal immer eine völlige
Änderung aller germanischen Werte und Lebensordnung verbunden. Doch selbst die
alte germanische Rechtsordnung herrschte in verschiedenen Teilen Deutschlands
noch bis weit ins 16. Jahrhundert, bevor sie auch dort endgültig durch neues,
päpstlich-römisches Recht abgelöst wurde. Es war in der damaligen Situation die
Bekehrung eines Volkes mit der dazu unbedingt erforderlichen, dauerhaften
geistigen Bearbeitung, insbesondere aber einer begleitenden
militärisch-physischen Gewalt, doch immer nur über Jahrhunderte möglich.
Vergleicht man nun die Konsequenzen aus dem christlichen Glauben mit der
bestehenden germanischen Ordnung und ihrer Mystik, so muß sich jeder fragen,
welcher Vorteil einem freien Germanen aus dem christlichen Glauben je hätte
entstehen können. Letztlich keiner, nicht der allergeringste, wobei das
Fatalste für jeden freien Germanen der immerwährende Verlust seiner Freiheit
sein mußte.“
Welches Bild von unseren
Vorfahren wird denn mit der überlieferten Geschichte von Armin, dem
Cherusker, entworfen? Abgesehen von seinem anerkennenswerten Sieg über
fremde Truppen und Besatzer vermittelt die Geschichte den Eindruck, daß
Hinterlist, Vasallentum, Verrat und Brudermord normale Charakterzüge waren, und
daß auch damals schon die germanischen Stämme untereinander so zerstritten
waren wie heute die verschiedenen Parteien und Interessengruppen. Und, wie
sollte es anders sein, es gab schon Germanen, die sich als Söldner fremden
Eroberern zur Verfügung stellten!1 Hier stellt sich die Frage,
ob sich in der friedlich-freiheitlichen Lebensordnung unserer Vorfahren solche
zerstörerischen Eigenschaften überhaupt schon entwickeln konnten, oder ob diese
nicht eher ein Ergebnis der militärisch-geistigen Zwingherrschaft ab dem Jahre
1100 n.d.Ztw. sind. Erst die seit dem 12. Jahrhundert von Konstantinopel
ausgesandten Eroberungstruppen brachten in ihrem Schlepptau Gewalt und
Zwietracht und die neue Unterwerfungsreligion mit. Erst sie installierten die
Strukturen und Hierarchien, mit denen eine Herrschaft – über freie Menschen -
überhaupt nur möglich ist. Um diese blutige Unterwerfung aus der Geschichte zu
tilgen (bis auf die heute noch vorhandenen Reste des Kampfes gegen Sachsen,
Stedinger und andere „Ketzer“, sprich Ungläubige), mußten ganze Herrscherdynastien
über eine Zeitraum von Jahrhunderten erfunden werden, damit der Eindruck
entstehen sollte, daß es Herrscherstrukturen, somit Herrschende und
Beherrschte, schon lange zuvor gab.
Wilhelm Kammeier widmet ein
ganzes Kapitel seines Buches „Die Fälschung der deutschen Geschichte“ der
Beweisführung, daß die Germania des (angeblich) römischen Geschichtsschreibers
Tacitus eine Fälschung ist, mit der die Germanen als „kulturloses
Barbarenvolk“ abgestempelt werden sollen. Er schließt dieses Kapitel mit der
Feststellung:
“Die Zielsetzungen der
Geschichtsverfälschungsaktion lauten also: 1. Alle Zivilisation kam zu den
Germanen von den Römern; vom alten Rom aus erhebt sich die Sonne über Germanien.
2. Die Kultur wurde den barbarischen Germanen durch das Christentum beschert.
3. Die weltliche Macht ist von alters her der priesterlichen Gewalt und dem
päpstlichen Stuhl untertan.“
Im Jahr 1455 tauchte die Germania,
rein zufällig gerade zur Zeit der großen Fälschungsaktion, als alte Handschrift
im Kloster Hersfeld auf, von wo aus sie nach Rom gelangte. Als Codex
Hersfeldensis ist sie dort alsbald wieder „verschollen“, aber zum Glück
hatte man wohlweislich eine Abschrift davon angefertigt. Diese verschwand
leider leider auch, jedoch nicht, bevor von dieser „Erstabschrift“ weitere
Handabschriften vorgenommen wurden. Dieses merkwürdige Verlust-Schema
zieht sich durch die ganze Geschichtsfälscheraktion, wobei sich zur
Beschäftigung der Historiker die verschiedenen Abschriften angeblich derselben
Quelle auch noch gerne in den Einzelheiten gegenseitig widersprechen. Soviel
zum Thema „Geschichts-Dokumente“.
Über die Unzuverlässigkeit
von Zeitbestimmungsmethoden, wie die C14 Methode oder die Baumringzählung
(Dendrochronologie), berichtet Uwe Topper in seinem Buch „Erfundene Geschichte
– unsere Zeitrechnung ist falsch“. Er weist dort auf ein Buch von Prof. Niemitz
u.a. hin mit dem Titel „C-14 Crash – das Ende der Illusion, mit
Radiokarbonmethode und Dendrochronologie datieren zu können“. Der Titel
spricht für sich, eine Absolutchronologie ist mit C-14-Methode nicht möglich.
Wie die Geschichte, so ordnet auch die Archäologie ihre Funde immer anhand des
bereits bestehenden Zeitgerüstes ein. Und an diesem Gerüst wird seitens der
„Wissenschaft“ stur festgehalten, alles Unpassende als „Geschichtsrätsel“
beiseite geschoben.
Wird es nicht Zeit, daß wir
uns von dieser Art Geschichtenschreibung lossagen, oder sie zumindest mit
ebenso kritischen Augen betrachten, wie die Geschichte des 20. Jahrhunderts
oder die Zeitung von gestern?