Aus dem Vorwort
Vom Gerücht zur Tatsache hat
sich mittlerweile die Umkrempelung des Kredit- und Finanzsystems entwickelt.
Das Schlimme am Untergang einiger mit Luftgeld in Billionenhöhe jonglierenden
Zockerbuden, die kein anständiger Arbeiter je vermissen würde, ist deren
gewollte Verflechtung mit „normalen“ Banken und darüber mit der
Realwirtschaft. Mit angeblich notwendigen (für wen??) Rettungsaktionen wird die
Umverteilung von Steuergeldern der arbeitenden Bevölkerung, hin zu
sozialparasitären Beziehern arbeitsloser Einkommen auf ein höheres Niveau
gebracht. Die Schnittstelle in der BRD zwischen plutokratenhörigen Politikern
und den Konstrukteuren des „geordneten Zusammenbruchs“ ist die Staatsbank KfW
mit ihrem Ableger IKB, die eigentlich offiziell den Mittelstand fördern sollte.
Oder besser ‚be-fördern’, in den nächstgelegenen Abgrund? Auf Betreiben von
Eichel mußte die KfW 2001 die IKB-Anteile der Allianz für gutes Steuergeld
übernehmen. Zuvor hatte Eichel schon die
Steuerbefreiung von allen Gewinnen, die beim Verkauf von Unternehmensbeteiligungen
anfallen, veranlaßt. In einem fallenden Aktienmarkt hatte es die Allianz 2001
nicht leicht, ihr IKB-Paket zu einem guten Preis loszuwerden, jedoch Oberlehrer
und BRD-Finanzchef Eichel war so hilfsbereit,
öffentliche Gelder zum Erwerb eines 38-Prozent-Pakets durch die KfW
einzusetzen. Der Verwaltungsrat dieser Staatsbank glänzt heute mit illustren Namen
wie Steinbrück, Glos, Koch, Gabriel, Lafontaine, Platzeck, Scheel, Sommer,
Bsirske, Seehofer, Steinmeier, Tiefensee und Wieczorek-Zeul. Die damalige
KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier entschuldigte das kollektive Versagen der KfW im
Falle IKB / Subprime mit Hinweis „auf die hohe Komplexität der Geschäfte“. Manche
Verträge seien 400 Seiten dick und schwer zu durchschauen. Das kennen wir ja
schon, von den Cross-Border-Leasing-Verträgen und vom EU-Vertrag!
So wurden auch mal eben „versehentlich“
300 Millionen an die US-Pleitebank Lehman Brothers überwiesen. Weil in
Deutschland nicht so gerne Schulden gemacht werden wie in den USA, muß man
hier über die Staatsverschuldungsquote ein wenig nachhelfen (siehe die gern
und häufig erwähnte „Pro-Kopf-Verschuldung“ des BRD-Personals). Natürlich
werden plutokratische Entscheidungen über Wirtschaftsmaßnahmen nicht
getroffen, ohne vorher in Simulationen die Folgen zu berechnen. Wozu leistet
man sich schließlich intelligente Helfer und echte Experten, eben die Besten,
die für Geld zu kaufen sind? Hier an Zufälle zu glauben erscheint reichlich
naiv, auch wenn das in den „hauseigenen“ Medien gerne so dargestellt wird. Es
würde mich nicht wundern, wenn am Ende des derzeit abgespulten Umbruchs nur
einige Monopolkonzerne übrig blieben. Aber vielleicht kommt alles ganz
anders...
Swap – weg isses....
B. Ullrich
Die staatseigene KfW hat
wieder ein demokratisches Schauspiel der Extraklasse – aus der Dauerserie „Lieber
dumm dastehen als kriminell“ – hingelegt. 300 Millionen Steuergelder für eine
us-amerikanische Pleitebank wurden mal eben so angewiesen. Panne, technischer
Fehler...“Wie es genau in diesem Fall gewesen sei, konnte ein KfW-Sprecher
nicht sagen.“ Üblicherweise gäbe es bei dieser Art von Geschäften einen Vorlauf
von mehreren Wochen. (KStA 19.9.08) Nach einem Bericht der FAZ sollen die
„Kapitalmarktexperten“ der KfW bereits seit Freitag, 12.9.08, über das
Wochenende mehrfach zusammengesessen und das Risiko um die drohende
Lehman-Insolvenz bewertet haben. Da es sich bei einem sog. SWAP-Geschäft um
eine Kreditgewährung zu bestimmten Kursen und Zinssätzen handelt, und nicht
etwa um Geld, welches der Lehman-Bank aus einer erbrachten Leistung zugestanden
hätte, fiel dieses „Versehen“ aufgrund der Insolvenz einseitig zulasten
deutscher Steuerzahler aus. Der heutzutage so verpönte „gesunde
Menschenverstand“ – verpönt aus gutem Grund, denn bei Anwendung desselben auf
nahezu alle politischen Vorgänge würde die ideologisch-kriminelle Steuerung im
Hintergrund sofort offenkundig! – sagt mir, daß zuallererst bei einer
drohenden Pleite, über die ein ganzes Wochenende geredet wird, geprüft werden
müßte, ob irgendwelche Terminüberweisungen an den Pleitekandidaten angelegt und
noch nicht ausgeführt sind. Und auf diese simple Idee soll während eines
ganzen Wochenendes niemand von den KfW-Kreditexperten gekommen sein?? Ein Blick
ins Überweisungsprogramm der Bank, Untermenü Terminüberweisung, hätte
sicherlich genügt!
Nach dem üblichen
Bauernopfer – zwei Vorständler und ein Bereichsleiter wurden „suspendiert“ –
beginnt nun die übliche Schadensbegrenzungs- und Abwiegelungsphase. Der wohl
lustigste Vorschlag aus der Politik lautet, „die Aufsicht über die KfW soll
künftig nicht mehr das Bundesfinanzministerium, sondern die Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht übernehmen“. Wie bereits berichtet[1],
hat sich gerade die BaFin in der Finanzkrise bisher nicht mit Ruhm bekleckert.
Deren Präsident Jochen Sanio steht eher für blindes Vertrauen in
Ratingagenturen und für den Spruch: „Daß wir nicht erkannt haben, was in den
USA läuft, war aber nicht schuldhaft. Die Dinge spielten sich ab in einem
Winkel der Welt, auf den wir kaum Zugriff haben“. Tzz tzz.... L
Obwohl auf den Einlagensicherungsfonds
der deutschen Banken durch Verbindlichkeiten der deutschen Lehman-Tochterbank
Forderungen in Milliardenhöhe zukommen können, stellt man besorgte
Kleinanleger ruhig mit Zusicherungen wie: „Einlagen der Bankkunden sind
sicher“. Dies erinnert an den wohl berühmtesten Kalauer dieser Art vom
Politkabarettisten und Pensionsempfänger Norbert Blüm: „Die Renten sind
sicher“.
Bleibt zu hoffen, daß auf
der mittleren Managementebene möglichst viele unwissende Mitspieler endlich
aufwachen und den Betrug an der arbeitenden und echte Werte schaffenden
Bevölkerung erkennen, den sie bisher durch ihr raffgieriges Verhalten
mitgetragen haben. Denn die Errichtung einer neuen „Ordnung aus dem Chaos“
sollten wir nicht den Plutokraten und ihren Logenbrüdern überlassen!