Der
tiefere Sinn von Google „Street View“?
B.
Ullrich
Im
Magazin DER SPIEGEL, Ausgabe Nr. 41/1999 gab es einen Artikel mit der
Überschrift „Angriff auf „German Village““, worin berichtet wurde, daß die
Amerikaner im Jahr 1943 in der Wüste des Staates Utah die Bombardierung Berlins
geprobt haben. Warum?
„Trotz
erfolgreicher Luftangriffe, die deutsche Städte in Flammenmeere verwandelten,
wuchs auf Seiten der Alliierten die Frustration, weil es ihnen nicht gelingen
wollte, auch in der Reichshauptstadt einen Feuersturm zu entfachen.“
Also
heuerte das US-Korps für chemische Kriegsführung den „deutschen Stararchitekten“
Erich Mendelsohn an, der in der Wüste ein Berliner Arbeiterviertel errichtete,
an dem die effektive Bombardierung – die Vernichtung von möglichst vielen
Deutschen - mehrmals erprobt wurde.
Der
Zweck der nachgebauten berliner Mietskasernen bestand lt. SPIEGEL darin,
„Möglichkeiten zu erproben und Probleme zu lösen, die ganz eindeutig jenseits
der moralischen Grenzen einer Punktzielbombardierung lagen.“
Heutzutage
haben es us-amerikanische Kriegstreiber wesentlich einfacher, die baulichen
Schwächen ihrer Feinde oder „Freunde“ herauszufinden. Schließlich gibt es ja
den Datensammler Google, der unseren Planeten mittels Google Maps
und Google Street View ablichtet, wie wir im Heft 9-10.2010 berichteten.
Einer der Google-Chefs, der Informatiker Eric Schmidt, gehört seit 2009
zum Beraterteam des US-Präsidenten Barack Obama in Technologiefragen. Dank der
von Google gesammelten Bilddaten aus allen Teilen der Welt ist es nun
den US-Kriegsherren theoretisch jederzeit möglich, z.B. gezielt gegen jeden
„US-Feind“ vorzugehen, dessen Anschrift bekannt ist. Der Patriot Act
„legalisiert“ den Zugriff der US-Regierungsbehörden auf diese Daten. Google
verfügt ja auch über alle Aufnahmen, die nicht zur Veröffentlichung freigegeben
werden – niemand, schon gar kein sog. Datenschützer, scheint sich dafür zu
interessieren, was alles aufgenommen wurde und was mit diesen Informationen
geschieht!
Wozu
Google noch „nützlich“ ist
Das
Magazin des Kölner Stadt-Anzeigers berichtete am 8.1.2011 über die Entwicklung
des Prototyps einer Brille, die feststellen kann, worauf der Brillenträger
seinen Blick richtet. Stellt die Brille ein Interesse an bestimmten angeblickten
Personen oder Gegenständen fest, so lichtet sie auf der Innenseite der Gläser
die vorhandenen Daten zum betrachteten Objekt ab. Dies setzt natürlich voraus,
daß entsprechende Datenbanken existieren, aus denen der Brillencomputer seine
Weisheiten beziehen kann. „Zukünftig wollen die Forscher auch auf Google
und soziale Medien wie Facebook1 setzen“.
Schöne
Neue Welt?