Deutschland – Übernahmeland?

Marie Sacher www.donaufalter-zeitung.de

Teil 1 17.04.2011

Der Arzt Dr. Bülent A. über seine Landsleute in Deutschland

"Gewalt, Krankheit und Kriminalität findet man in deutschen Hartz4 -Familien genauso wie in den Familien mit Migrationshintergrund."

Der in Deutschland lebende Arzt Dr. Bülent A. (Name von der Red. geändert) gegenüber der DFZ zum Thema Integration:

"Der Deutsche hat nur Vorurteile gegenüber den Migranten. Sie sind damals, vor 30 Jahren, aus dem ländlichen Gebiet gekommen, waren Analphabeten und konnten kein Deutsch. Die Frauen liefen noch traditionell den Ehemännern hinterher, weil es auf ihren Dörfern auch so üblich war. Sie haben immer gedacht, sie kehren zurück. Nun sind sie in der dritten Generation hier ansässig und leben immer noch die Kultur und Tradition wie damals. Die Frauen in diesen Familien tragen eben den Schleier, weil sie es aus Scham und Tradition tun und sie sollten daran nicht gehindert werden. Das wäre eine böse Diskriminierung.

In der Türkei hat in der Zwischenzeit in den Städten längst die Moderne Einzug gehalten. Nur die Migranten, die ungebildet waren und es meistens auch blieben, waren "verklebt" mit ihren muslimischen Wurzeln, wie es in der anatolischen Welt eben üblich ist. Sie haben es nur manchmal geschafft, sich daraus fortzuentwickeln. Deutschland hat ihnen dabei auch nicht geholfen. Denn Deutschland war immer schon extrem ausländerfeindlich.

Wenn Deutschland über die türkischen, faulen Hartz4-Empfänger schimpft, dann sind diese Hartz4 -Empfänger nicht größere Schmarotzer als die deutschen Hartz4 Empfänger. Gewalt, Krankheit und Kriminalität findet man in diesen deutschen Familien genauso wie in den Familien mit Migrationshintergrund. Das sehe ich als Arzt jeden Tag in der Klinik, in der ich arbeite. Es ist ein krasses Vorurteil, zu glauben, daß nur der türkische Junge ohne Hauptschulabschluß kriminell wird. Das hätten die Deutschen gerne so, aber sie sollen erst einmal vor ihrer eigenen Türe kehren. Auch männliche Deutsche mit sozial schlechtem Hintergrund werden straffällig und kosten den Deutschen Unmengen von Geld.

Ganz im Gegenteil, es spricht alles dafür, daß die etablierte, akademische, türkische Schicht in Deutschland Kinder in die Welt setzt, die es, gesellschaftspolitisch betrachtet, viel weiter bringt, als die Kinder deutscher Akademiker. Es liegen randomisierte, valide Studien genau zu diesem Thema vor.

Wir Akademiker werden künftig in Deutschland einiges mitzureden haben, nicht nur politisch - sondern wir stellen bald viele Richter, viele Ärzte und viele Abgeordnete.

Das Kesseltreiben wegen mangelnder Integration, das Deutschland veranstaltet, ist meiner Meinung nach nicht nachvollziehbar. Deutschland selbst ist verantwortlich für die Misere und haben, meiner Meinung nach, nun die Migranten entsprechend abzufinden, denn sie haben sie auch wie Sklaven schlecht behandelt und ihnen keinerlei Möglichkeit gegeben, sich zu entwickeln.

Hier existiert immer noch der Rechtspopulismus einer alten Zeit vor 1945, der Muslime ist der moderne Jude. Das kann so nicht gehen. Wir werden nach und nach dieses Land mit übernehmen und die Zeichen stehen gut."

Soweit die grandiosen Ideen eines Arztes muslimischen Glaubens.

 

Teil 2 17.05.2011

"Mehmet D.: Wir werden bald die Macht in Deutschland übernehmen"

Interview mit einem türkischen Juristen mit glänzendem Prädikatsexamen, der Richter in Deutschland werden will.

Wir trafen uns in Bogenhausen im Arabella-Hotel an der Bar. Mehmet D., 28 Jahre alt, frischgebackener Prädikatsjurist und überzeugter Vertreter des Islams.

Er kam im Anzug, dennoch sehr lässig - sah ziemlich gut aus. Gute Manieren und elegant. Ich war überrascht. Er trank Cola, ich ein Wasser. Ich mußte dem jungen attraktiven Mann nicht viele Fragen stellen. Er legte gleich los:

"Unsere Eltern haben sich für Deutschland krumm gelegt und es wurde ihnen nie gedankt. Meine Mutter hat als Fabrikarbeiterin Dreischicht gearbeitet, jetzt ist sie krank, kann nicht mehr arbeiten, alles kaputt. Wirbelsäule und auch Depressionen.

Vater arbeitet in einer Gießerei, es ist eine schwere Arbeit. Meine Schwester Söngül, sie ist ein Jahr jünger, und ich haben Abitur machen dürfen in Hessen, in Wiesbaden. Dafür haben die Eltern schwer gearbeitet.

Wir machten beide Einserabitur und bekamen BaföG vom Staat während des Studiums. Vollsatz. Ich konnte umsonst wohnen hier in München, es gibt Wohnungen über der Moschee, die stellt der Türkische Verein, in dem ich bin, den türkischen Studenten in einer Art WG zur Verfügung. Die Voraussetzung ist, 100%ig hinter dem Islam zu stehen. Das ist für mich kein Problem, weil ich schon immer ein 100%iger war. Diese Wohnung wollen natürlich viele. Ich wurde ausgewählt. Konnte mit Vollsatz Bafög ganz gut leben, ohne Miete.

Klar, wir beten 5mal am Tag und dafür erwarten die vom Kulturverein von uns, daß wir in Jobs kommen, wie in die der Richter, Rechtsanwälte, Ärzte und Lehrer. Dort hat man Einfluß und Macht und kann die eigenen Leute fördern.

Meine Schwester ist Latein- und Mathematiklehrerin in Rosenheim, sie bemüht sich natürlich, die türkischen Schüler zu unterstützen, wo es geht. Ich werde Richter werden, so ist es gewünscht vom Verein. Sie zahlen dir die Unterkunft und dann mußt du was für die tun. Mache ich gerne, ist meine Überzeugung.

Immer mehr Moslems kommen in höhere Positionen, das werdet ihr Deutschen bald merken, denn wir sind ja schon von vorneherein mehr Menschen. Die deutschen Frauen bekommen ja keine Kinder mehr und so ist es abzusehen, daß das System kippt - in unsere Richtung.

Der Deutsche hat keine Chance mehr. Einige wollen es den Deutschen auch heimzahlen, da sie unsere Eltern so schlecht behandelt haben. Ich will das nicht, obwohl es uns eingeimpft wird. Was hätte ich davon?

Meine Eltern haben viel gearbeitet für den Deutschen Staat und jetzt sind wir dran, ihn zu übernehmen nach und nach. Ich glaube schon, daß es uns gelingt, weil wir noch Ziele haben. Die deutschen Jugendlichen haben doch keine Ziele mehr, die sind total verwöhnt. Wir sind hart aufgewachsen, die Eltern nie da - wir waren uns selbst überlassen.

Ich wähle natürlich die Grünen, weil ich hier zudem ein Fortkommen für mich sehe, vielleicht auch ein politisches Amt. Ich bin in meinem Ortsverein Sprecher. Als Landessprache darf das Deutsch gerne bleiben, ich beherrsche beide Sprachen in Wort und Schrift und noch 2 weitere Fremdsprachen fließend."

Ich bedankte mich für seine Offenheit, er bot mir dann noch lächelnd an, wenn ich ein Problem hätte, würde er mir gerne helfen. Türken seien eben so hilfsbereit.

Ob ich das nett finden sollte oder anmaßend, darüber war ich mir noch nicht gleich im Klaren.

© Marie Sacher www.donaufalter-zeitung.de