Deutschland – Übernahmeland?
Marie Sacher www.donaufalter-zeitung.de
Der in Deutschland lebende Arzt Dr.
Bülent A. (Name von der Red.
geändert) gegenüber der DFZ zum Thema Integration:
"Der Deutsche hat nur
Vorurteile gegenüber den Migranten. Sie sind damals, vor 30 Jahren, aus dem
ländlichen Gebiet gekommen, waren Analphabeten und konnten kein Deutsch. Die
Frauen liefen noch traditionell den Ehemännern hinterher, weil es auf ihren
Dörfern auch so üblich war. Sie haben immer gedacht, sie kehren zurück. Nun sind
sie in der dritten Generation hier ansässig und leben immer noch die Kultur
und Tradition wie damals. Die Frauen in diesen Familien tragen
eben den Schleier, weil sie es aus Scham und Tradition tun und sie sollten
daran nicht gehindert werden. Das wäre eine böse Diskriminierung.
In der Türkei hat in der
Zwischenzeit in den Städten längst die Moderne Einzug gehalten. Nur die
Migranten, die ungebildet waren und es meistens auch blieben, waren
"verklebt" mit ihren muslimischen Wurzeln, wie es in der anatolischen
Welt eben üblich ist. Sie haben es nur manchmal geschafft, sich daraus
fortzuentwickeln. Deutschland hat ihnen dabei auch nicht geholfen. Denn
Deutschland war immer schon extrem ausländerfeindlich.
Wenn Deutschland über die
türkischen, faulen Hartz4-Empfänger schimpft, dann sind diese Hartz4 -Empfänger
nicht größere Schmarotzer als die deutschen Hartz4 Empfänger. Gewalt,
Krankheit und Kriminalität findet man in diesen deutschen Familien genauso wie
in den Familien mit Migrationshintergrund. Das sehe ich als Arzt jeden
Tag in der Klinik, in der ich arbeite. Es ist ein krasses Vorurteil, zu
glauben, daß nur der türkische Junge ohne Hauptschulabschluß kriminell wird.
Das hätten die Deutschen gerne so, aber sie sollen erst einmal vor ihrer eigenen
Türe kehren. Auch männliche Deutsche mit sozial schlechtem Hintergrund werden
straffällig und kosten den Deutschen Unmengen von Geld.
Ganz im Gegenteil, es
spricht alles dafür, daß die etablierte,
akademische, türkische Schicht in Deutschland Kinder in die
Welt setzt, die es, gesellschaftspolitisch betrachtet, viel weiter bringt, als
die Kinder deutscher Akademiker. Es liegen randomisierte, valide Studien genau
zu diesem Thema vor.
Wir Akademiker werden
künftig in Deutschland einiges mitzureden haben, nicht nur politisch - sondern
wir stellen bald viele Richter, viele Ärzte und viele Abgeordnete.
Das Kesseltreiben wegen
mangelnder Integration, das Deutschland veranstaltet, ist meiner Meinung nach
nicht nachvollziehbar. Deutschland selbst ist verantwortlich für die Misere und
haben, meiner Meinung nach, nun die Migranten entsprechend abzufinden, denn sie
haben sie auch wie Sklaven schlecht behandelt und ihnen keinerlei Möglichkeit
gegeben, sich zu entwickeln.
Hier existiert immer noch
der Rechtspopulismus einer alten Zeit vor 1945, der Muslime ist der moderne
Jude. Das kann so nicht gehen. Wir werden nach und nach dieses Land mit
übernehmen und die Zeichen stehen gut."
Soweit die grandiosen Ideen eines Arztes
muslimischen Glaubens.
Teil
2 17.05.2011
Wir trafen uns in Bogenhausen im
Arabella-Hotel an der Bar. Mehmet D., 28 Jahre alt,
frischgebackener Prädikatsjurist und überzeugter Vertreter des
Islams.
Er kam im Anzug, dennoch sehr lässig - sah
ziemlich gut aus. Gute Manieren und elegant. Ich war überrascht. Er trank Cola,
ich ein Wasser. Ich mußte dem jungen attraktiven Mann nicht viele Fragen
stellen. Er legte gleich los:
"Unsere Eltern haben
sich für Deutschland krumm gelegt und es wurde ihnen nie gedankt. Meine Mutter
hat als Fabrikarbeiterin
Dreischicht gearbeitet, jetzt ist sie krank, kann nicht mehr arbeiten,
alles kaputt. Wirbelsäule und auch Depressionen.
Vater arbeitet in einer
Gießerei, es ist eine schwere Arbeit. Meine
Schwester Söngül, sie ist ein Jahr jünger, und ich haben Abitur machen
dürfen in Hessen, in Wiesbaden. Dafür haben die Eltern schwer gearbeitet.
Wir machten beide
Einserabitur und bekamen BaföG vom Staat während des Studiums. Vollsatz. Ich
konnte umsonst wohnen hier in München, es gibt Wohnungen über der Moschee, die
stellt der Türkische Verein, in dem ich bin, den türkischen Studenten in einer
Art WG zur Verfügung. Die Voraussetzung ist, 100%ig hinter dem Islam zu stehen.
Das ist für mich kein Problem, weil ich schon immer ein 100%iger war. Diese
Wohnung wollen natürlich viele. Ich wurde ausgewählt. Konnte mit Vollsatz Bafög
ganz gut leben, ohne Miete.
Klar, wir beten 5mal am Tag
und dafür erwarten die vom Kulturverein von uns, daß wir in Jobs kommen, wie in
die der Richter,
Rechtsanwälte, Ärzte und Lehrer. Dort hat man Einfluß und Macht und kann die eigenen Leute fördern.
Meine Schwester ist Latein-
und Mathematiklehrerin in Rosenheim, sie bemüht sich natürlich, die türkischen
Schüler zu unterstützen, wo es geht. Ich werde Richter werden, so ist es
gewünscht vom Verein. Sie zahlen dir die Unterkunft und dann mußt du was für
die tun. Mache ich gerne, ist meine Überzeugung.
Immer mehr Moslems kommen
in höhere Positionen, das werdet ihr Deutschen bald merken, denn wir sind ja
schon von vorneherein mehr Menschen. Die deutschen Frauen bekommen ja keine
Kinder mehr und so ist es abzusehen, daß das System kippt - in unsere Richtung.
Der Deutsche hat keine
Chance mehr. Einige wollen es den Deutschen auch heimzahlen, da sie unsere
Eltern so schlecht behandelt haben. Ich will das nicht, obwohl es uns
eingeimpft wird. Was hätte ich davon?
Meine Eltern haben viel gearbeitet
für den Deutschen Staat und jetzt sind wir dran,
ihn
zu übernehmen nach und nach. Ich glaube schon, daß es uns gelingt, weil wir
noch Ziele haben. Die deutschen Jugendlichen haben doch keine Ziele mehr, die
sind total verwöhnt. Wir sind hart aufgewachsen, die Eltern nie da - wir waren
uns selbst überlassen.
Ich wähle natürlich die
Grünen, weil ich hier zudem ein Fortkommen für mich sehe, vielleicht auch ein
politisches Amt. Ich bin in meinem Ortsverein Sprecher. Als Landessprache darf
das Deutsch gerne bleiben, ich beherrsche beide Sprachen in Wort und Schrift
und noch 2 weitere Fremdsprachen fließend."
Ich bedankte mich für seine Offenheit, er bot
mir dann noch lächelnd an, wenn ich ein Problem hätte, würde er mir gerne
helfen. Türken seien eben so hilfsbereit.
Ob ich das nett finden sollte oder
anmaßend, darüber war ich mir noch nicht gleich im Klaren.
© Marie Sacher www.donaufalter-zeitung.de