Es pfeift von allen Dächern...

B. Ullrich

...daß die sog. Eurorettung ein finanzielles Perpetuum Mobile der auf Staats­anleihen hockenden Gläubigerbanken bzw. deren Eigentümer ist! Oder wie sonst soll man es deuten, daß nun sogar schon der Kölner Stadt-Anzeiger über die „Griechenlandhilfen“ am 16. Juni 2012 schreibt:

„Tatsächlich aber sehen die griechischen Normalbürger wenig von dem Geld, denn es dient vor allem der Schuldenbedienung, fließt also an die Gläubiger. Und dies sind zunehmend jene Institutionen, die auch die Hilfe zahlen.“

Ist das nicht lustig? Für die von rigorosen „Sparmaßnahmen“ ihrer Regierung betroffenen „Normalbürger“ gewiß nicht, nur für die sich vor Lachen kugeln­den Gläubigerbanken-Eigentümer. Die kassieren nämlich von den Zahlungen der sog. Hilfsprogramme ca. 4 Fünftel, lt. zitiertem Artikel. Und weiter:

„Die Hilfen der Troika aus EU-Kommission1, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF kommen damit immer mehr der Troika selbst zugute. Denn im Zuge des Schuldenschnitts für private Gläubiger hält sie mitt­lerweile rund drei Viertel aller griechischen Schulden.“

Damit auch der verschlafenste aller Zeitungsleser es endlich kapiert, führt der Artikelschreiber Stephan Kaufmann unter der Zwischenüberschrift „Geldge­ber zahlen an sich selbst“ weiter aus:

„Auf diese Forderungen muß Athen jeden Monat Zinsen zahlen. Dies tut es – mit dem Geld, das die Troika ihm schickt.“

Man glaubt es immer noch nicht? Also weiter im wiederkäuenden Text:

„Was die Troika Athen gibt, fließt also zum großen Teil an sie zurück. „Dies wirkt tatsächlich etwas absurd“, so Nicolaus Heinen von der Deut­schen Bank.“

Nicht absurder als Leerverkäufe, Derivate, Konkurswetten, Spekulationen mit Devisen und Rohstoffen oder Renditevorstellungen von 25 %, Herr Heinen.... Und daß man einen Schuldner dauerhaft damit „rettet“, daß man als Gläubiger ihm das Geld für die Schuldzinsen und fällige Umschuldungen gegen neue Zinspflichten pumpt, ist nicht nur absurd, sondern auch noch dumm und kurzsichtig – es sei denn, es geht mit dieser Schulden- und Euro­krise um etwas ganz anderes!

Die ganze Inszenierung ist sehr süffisant beschrieben im Staatsschulden-Lehr­buch „Die Protokolle der Weisen von Zion – erfüllt“ Band II Teil 1. Gegen Ende des Buches bezeichnet der Autor Johannes Rothkranz „die europäische Schuldenkrise als Hebel zur zwangsweisen „Einigung“ Europas“. Das trotz jahrzehntelanger Propaganda immer noch nicht wirklich vorhandene „europäische Bewußtsein“ soll nun durch unumstößliche Schaffung von fi­nanziellen Fakten quasi erzwungen werden. Emsig mit am Werk sind die Massenmedien, die mit den Gefühlen und Ängsten der Leser Klavier spielen. Mal wird gegen die faulen Griechen gehetzt (und in Griechenland gegen die bösen Deutschen), mal die Ängste aller angeblich für die Schulden haften­müssenden Steuerzahler angefacht; und immer gibt es reichlich Desinformati­on über das Geldsystem und die Geldschöpfungsmethoden. Das Auf und Ab und Hin und Her der oft widersprüchlichen Berichterstattung führt letztlich dazu, daß die meisten gegenüber den Machenschaften von „denen da oben“ resignieren und sich in das zugedachte scheinbar Unvermeidliche fügen.

Letztlich werden mit den unter verschiedenen Bezeichnungen dem Publikum verkauften Rettungsmaßnahmen weniger einzelne Banken oder gar Staaten gerettet, sondern das „gesamte boshafte aktuelle Schuldgeldsystem“2. Genau dieses System möchten dessen Nutznießer gerne beibehalten, beschert es ih­nen doch fortwährend auf alle möglichen Arten die allergrößten Profite.

Niemand unter den willigen Vollstreckern der PROTOKOLLE, weder die ROTHSCHILDS noch ihr Orbit noch irgend jemand aus den ganzen Heerscharen ihrer gutbezahlten Satrapen, Vasallen, Liebedienern und Speichelleckern, also wirklich niemand unter den heute auf dem Globus finanziell, wirtschaftlich oder politisch allerorten (mehr oder weniger) Maßgeblichen will überhaupt schuldenfreie Staaten; niemand unter ihnen hat auch wirklich Angst vor einer „Überschuldung“ Griechenlands, Portugal, Irlands oder egal welchen anderen Landes.“3

Schließlich hat man sich ja nicht ohne Grund seit über 300 Jahren die Mühe gegeben, nach und nach sämtliche Staaten der Erde in die Staatsverschul­dungsfalle zu treiben. Verschuldete Staaten sind gefügig und erpreßbar, müssen ihr Volksvermögen verpfänden oder verscherbeln und ihre Bewohner aussaugen und versklaven...

1 Daß die EU-Kommission Geld verleiht, ist mir neu! Vermutlich ist hier die politische Unterstützung für diese Ausbeutungspraktiken gemeint. Der IWF vergibt per Geldschöpfung „aus dem Nichts“ Kredite gegen Zinsen, die EZB vergibt ebenso geschöpfte, zinspflichtige Kredite an Geschäftsbanken, die da­für Wertpapiere – wie z. B. Staatsanleihen - hinterlegen.

2 Rothkranz „Die Protokolle...“ S. 579

3 ebd. S. 579