Merkwürdiges bei Obamas Amtseinführung

B. Ullrich

Der Amtseid, den der amerikanische Präsident zu leisten hat, lautet wie folgt: „"I do solemnly swear that I will faithfully execute1 the office of President of the United States, and will to the best of my ability, preserve, protect and defend the Constitution of the United States." Auf deutsch: „Ich, (Name), schwöre (oder: gelobe) feierlich, daß ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich ausüben und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen werde.“

Gemäß Tagesschau hat der Richter Roberts die Eidesformel wie folgt vorgesagt: "... that I will execute the office of President to the United States faithfully, ..." was soviel heißt wie: „...„daß ich das Amt des Präsidenten getreulich in die (oder in den) Vereinigten Staaten ausführen werde“, was aber ziemlich unsinnig ist – es sei denn, der Begriff der „Vereinigten Staaten“ hat eine andere Bedeutung, als alle glauben - siehe Artikel über die Firma „Vereinigte Staaten“.

Wie ging es nun weiter? Obama stockte kurz und gab Roberts einen kurzen Moment, um sich zu korrigieren. Der zog zwar das Wort "faithfully" korrekterweise nach vorn, geriet aber zugleich ins Stammeln: "... faithfully the President office of President of the United States ...".

Irgendwie bekam Obama den Eid dann doch noch hin, und zwar auf einer Bibel des früheren Präsidenten Lincoln, mit religiöser Formel „so help me god“.

Obwohl sich alle einig waren, daß der Amtseid gültig abgelegt wurde, hat man die Vereidigung des Präsidenten am nächsten Tag noch mal wiederholt. Dazu weiß das Hamburger Abendblatt am 22.1.09 zu berichten:

Nach der leicht verpatzten Eidesformel vor 1,8 Millionen Menschen in Washington hat der neue Präsident Barack Obama im Weißen Haus die korrekte Formel vor Richter John Roberts jr. wiederholt. Sicher ist sicher, dachten sich Obama, der Richter und die Rechtsberater (Anm.: Das HA weiß nicht nur, welchen Eidestext Obama bei dieser Vereidigung sprach, sondern sogar, was die gedacht haben – klasse Zeitung!). Am Ende klagt doch noch jemand vor irgendeinem Gericht, daß die verfassungsmäßig vorgeschrieben Formel in einem Wort sich von dem Text unterscheid, den Obama sprach.“

Da stellt sich die Frage, warum Obama den Eid nicht gleich nach dem Patzer noch mal vor aller Welt korrekt wiederholt hat.

Sonderbar – ganz gegen sonstige Gepflogenheiten durften selbst die großen Presseagenturen des Landes nicht, wie sonst am ersten Amtstag eines neuen Präsidenten üblich, Fotos von ihm an seinem Schreibtisch im Oval Office machen. Bei der 2. Vereidigung im Kartenraum des Weißen Hauses waren nur Obamas engste Berater (ohne Namensangabe, aber gewiß die üblichen Verdächtigen!), ein amtlicher Fotograf und eine kleine, garantiert handverlesene, Gruppe von Journalisten anwesend.

Gemäß offizieller Darstellung des Weißen Hauses (denn eine andere gibt es ja nicht!) lief das dann so ab: Der Präsident begann gleich zu scherzen und sagte: „Wir haben das beschlossen, weil es so viel Spaß gemacht hat...“ Dann legte Roberts seine schwarze Robe an und fragte: „Sind Sie bereit, den Eid abzulegen?“ Obama antwortete: „Ja, das bin ich. Und wir machen es sehr langsam.“

Was Obama bei diesem 2. Mal tatsächlich geschworen hat, weiß außer den bei der Zeremonie zugelassenen Auserwählten niemand. Die Lincoln-Bibel soll er dabei nicht verwendet haben. Eine fürwahr seltsame Inszenierung!

 

Politisch korrekter Rassismus

B. Ullrich

Eine merkwürdige Form von „Rassismus“ waberte in den vergangenen Monaten durch die Medienlandschaft. Während sich vor der Wahl in Amerika die „Afroamerikaner“ stritten, ob Obama als Sohn einer weißen Mutter überhaupt schwarz genug sei, um sie zu repräsentieren, bejubelte die hiesige Presse nach dem voraussagbaren Wahlausgang durchgehend den „ersten schwarzen Präsidenten“ der USA.

150 Jahre nach dem Ende der Sklaverei haben die Vereinigten Staaten von Amerika den ersten schwarzen Präsidenten.“ (FOCUS 20.1.09)

„Obama ist der erste schwarze Präsident...“ (WAZ 5.11.08)

„Am 20. Januar tritt Obama sein Amt an und wird damit der erste schwarze Präsident der USA.“ (WDR 17.1.09)

„Obama schaffte damit nicht nur einen Machtwechsel im Weißen Haus, sondern er wird der erste schwarze US-Präsident.“ (MDR 5.11.08)

So wird der Mischling zum „Schwarzen“ gemacht, indem seine weiße Mutter unter den politisch-korrekten Teppich gekehrt wird. Sollte der schwarze Präsident aber ähnlich kriminelle Qualitäten aufweisen, wie seine entfernten Blutsverwandten, die Warlords Bush und Cheeney, dann könnten sich die Schwarzamerikaner unter Hinweis auf die bösen „weißen Blutanteile“ von den Machenschaften „ihres“ Präsidenten lossagen.

Weiß und Schwarz gemischt ergibt Grau. Eigentlich hat Obama ja eine braune Hautfarbe. Allerdings würde speziell in der BRD die Schlagzeile „Obama ist der erste braune Präsident der USA“ in einschlägig vorbelasteten Kreisen einen Sturm der Entrüstung auslösen. Man stelle sich das Gesicht von EmpörungsexpertInnen wie V. Beck oder C. Roth beim Lesen einer solchen Schlagzeile vor! Die bräuchten doch dann dringend Erste Hilfe...

 

Und noch mal Obama...

…“Die staatlichen Investitionen und Hilfen für die Banken seien die Voraussetzungen für die Schaffung und Sicherung von Millionen von Arbeitsplätzen, sagte Obama. Insbesondere die Konsolidierung des Bankensektors und damit die Wiederbelebung der Kreditvergabe hätten eine entscheidende Bedeutung. Möglicherweise werde der Finanzsektor mehr als die bisher bewilligten 700 Mrd. $ Staatshilfe brauchen. "Wir helfen nicht den Banken, wir helfen den Menschen", sagte Obama.

Er setzte sich erneut auch für die Rettung der US-Autohersteller ein. Eine neu aufgestellte, umstrukturierte Autoindustrie sei wichtig, um Millionen von Arbeitsplätzen zu retten. "Die Nation, die das Auto erfunden hat, kann sich nicht einfach von ihm verabschieden."

(Original: „And I believe the nation that invented the automobile cannot walk away from it“, aus der Rede Obamas vom 25.02.09 vor dem amerikanischen Kongreß)

Der Kommentar dazu von Torsten Krauel in seinem Artikel in der WELT zu dieser Geschichtslüge: „Das war zwar Carl Benz, aber Not kennt kein Gebot“.

Als Henry Ford im Juni 1903 sein Unternehmen gründete, um Automobile zu produzieren, fuhr man in Europa schon um die Wette. Das erste mit einem Gasmotor angetriebene Straßenfahrzeug wurde 1863 von einem Franzosen konstruiert. Es erreichte kaum Fußgängergeschwindigkeit. Darauf aufbauend entwickelte der Deutsche Nikolaus August Otto um 1866 den Viertaktmotor. Der deutsche Erfinder Carl Benz stellte um 1900 die ersten Automobile in Serie her. Der Deutsche Gottlieb Daimler baute 1887 ebenfalls völlig unabhängig von Carl Benz Automobile und gründete die Daimler-Motoren-Gesellschaft. Aber woher soll ein amerikanischer Präsident, der nur Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft studiert hat, das wissen?

1 Execute = ausführen, durchführen, hinrichten, vollstrecken, unterzeichnen