Zwischen den Zeilen

B. Ullrich

Mit ihrer Berichterstattung über eine Gedenkveranstaltung der Jungen Landsmannschaft Ost JLO in Dresden am 19. Februar gaben die Financial Times Deutschland FTD und andere Zeitungen wieder einmal ein Musterbeispiel für einen „ausgewogenen demokratischen“ Journalismus ab. Das Motto der Großveranstaltung anläßlich der alliierten Bombardierung Dresdens im Februar 1945 lautete: „Recht auf Gedenken – Der Wahrheit eine Gasse!“. Dieser Titel wurde selbstredend unterschlagen. Statt dessen lautete die Überschrift: „Gegendemonstration – Dresdner verhindern Naziaufmarsch“.

Daran ist jedes Wort gelogen. Zunächst wurde nicht gegen das „Recht auf Gedenken“ demonstriert, sondern allenfalls gegen eine den Demonstranten unterstellte Weltanschauung. Dann haben die sog. Linksautonomen, die großenteils auch nicht aus Dresden stammten, keineswegs die Absicht gehabt, gegen irgendwas friedlich zu demonstrieren, sondern sie haben den Straßenkrieg geprobt. „Dabei seien die Polizisten mit Pflastersteinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern attackiert worden. Umstehende Autos wurden demoliert. Beobachter sprachen von einer Straßenschlacht. Im gesamten Tagesverlauf zündeten Randalierer an mehreren Stellen Mülltonnen an und errichteten Barrikaden.“ (www.news.de) „Zeitweise eskalierte die Lage. Polizisten rüsteten sich mit Schilden aus, Wasserwerfer wurden zum Einsatz vorbereitet. Es flogen Pflastersteine, Feuerwerkskörper und Flaschen. Mindestens ein Dutzend Autos wurde beschädigt, in einem Bürogebäude gingen Scheiben zu Bruch. Autonome stapelten Sperrmüll auf Fahrbahnen. Dresdens Polizeipräsident Bernd Merbitz berichtete von sechs brennenden Blockaden südlich des Hauptbahnhofs. Die Polizei sprach von "massiven Angriffen" Gewaltbereiter auf Einsatzkräfte.“ (www.ftd.de) Lt. WELT gab es „82 verletzte Polizisten nach Kämpfen in Dresden“, darunter 7 Schwerverletzte. Alle Zeitungen versuchten, den Eindruck zu erwecken, daß „auch Neonazis gewalttätig aufgetreten seien“. Dazu der Kommentar eines Dresdners: Der Bericht liest sich so, als ob auch von den Rechten Gewalt aus ging. Das stimmt aber nicht. Was hier an Schaufensterscheiben zu Bruch gingen und Autos in Flammen aufgingen ist unbeschreiblich. Die Presse berichtet darüber, als ob es sich um eine Demo handelte, aber das war Krieg - angezettelt und geführt von den Linksradikalen. Auch daß hier nicht Roß und Reiter benannt werden ist ein Skandal sonders gleichen. Das Auto meiner Schwester hat nur noch Schrottwert - niemand fühlt sich berufen für diese Schäden aufzukommen.“

Vielleicht sollte man zumindest am 1. Mai auf „rechte Demos“ verzichten, um den Linksrandalierern ihren Vorwand für Straßenschlachten zu entziehen? Man könnte dazu seitens der NPD entsprechende Presseerklärungen abgeben, was gewiß zu einer positiven Meinungsbildung über „Rechte“ beitragen würde...