In einem Werbeprospekt auf
www.stiftung-denkmal.de sind einige häufig gestellte Fragen aufgelistet, unter
anderem diese:
Warum sind es 2.711 Stelen und aus welchem Material
sind sie? —
Antwort: „Die Zahl von
insgesamt 2.711 Stelen ergibt sich aus den vom Architekten für den Standort
gewählten Maßen. Sie hat keine symbolische Bedeutung oder Beziehung zur Zahl
der Opfer.“
Wem es schwerfällt, an eine
zufällige Anzahl von Stelen zu glauben, dem sei empfohlen, die Zahl 2.711
einmal als Suchwort in eine Weltnetz-Suchmaschine einzugeben. Dabei kann man
interessante Sachverhalte gewahr werden.
Die Seite
www.israelheute.com informiert den Leser mit Datum 11. Mai 2005 – zufällig
genau am Tag vor der „Übergabe des Mahnmals an die Öffentlichkeit“ -, daß vor
kurzem „der Zyklus des Talmud- Studiums, von
dem tagtäglich eine Seite gelernt wird“, endete. „Dies geschieht in
Synagogen und anderen Orten in aller Welt, wo sich Juden befinden.“ Weiter
erfahren wir: „Dieses
“Eine Seite pro Tag - Studium” (auf Hebräisch „Daf Jomi“) ermöglicht das Lernen
aller 63 Talmud-Traktate mit 2.711 Seiten innerhalb von 7 ½ Jahren. Eine Seite
pro Tag beinhaltet die Vorder- und die Rückseite. Diese Art des Talmudstudiums
wurde vor 82 Jahren in Wien von dem polnischen Rabbiner Meir Schapiro ins Leben
gerufen. Die Beendigung des Lern-Zyklus war in der jüdischen Welt ein besonderes
Ereignis, das in jeder kleinen Betstube oder Synagoge „gefeiert“ wurde. Es
vereint die Juden auf aller Welt. Einen Tag darauf wurde dieser Zyklus erneut
auf Seite 1 begonnen.“1
2.711 Seiten, die alle 63 Talmud-Traktate umfassen –
und diese Zahl 2.711 soll der Stiftung Denkmal nicht bekannt sein?
Aber halt! Das muß man
natürlich genau lesen. Es wird lediglich der Bezug dieser Zahl zur Zahl der
Opfer verneint, was ja nicht wirklich gelogen ist. Es kommt eben immer auf
die genaue Fragestellung an.
Nun liegen also im Herzen
der deutschen Hauptstadt 2.711 Betonstelen wie 2.711 Seiten eines
aufgeschlagenen Talmuds herum. Ganz zufällig, versteht sich...