Rezension: „Deutschland schafft sich ab!"

A. Mitterer SDV1-Rundbrief 2010/5

Thilo Sarrazins Buch war im Handel noch nicht er­hältlich, da hat es schon Unruhe ausgelöst. Reihen­weise sprachen sich Politiker und Kommentatoren dagegen aus oder versicherten - wie Kanzlerin Mer­kel -, daß sie es nicht lesen werden. Die Bürger er­fuhren zuerst nur Bruchstücke des Inhalts; die ge­nügten aber, um sie auf horchen zu lassen: Ist es endlich gelungen, das lähmende Schweigen über die Ausländerfrage zu lüften? Ist der Bann gebrochen, der sie zwang, eine Bedrückung ihres Alltags und die Ungewißheit über die künftigen Lebensbedin­gungen ihrer Kinder und Enkel in einer fremd ge­wordenen Heimat wehrlos hinzunehmen? Es wäre zu weit gegriffen, wollte man ihnen gleich die Sorge um das Ganze, um Deutschland, zutrauen, obwohl ihnen die täglich wachsende Deutschfeindlichkeit in Politik, Medien und auf der Straße gerade das nahelegen müßte.

Wir haben uns im vorangegangenen Vorstandsbrief - noch ohne Kenntnis des genauen Buchinhalts -nur allgemein zu dem Auftritt Sarrazins geäußert. Nun kann unsere Stellungnahme zu seinen Überle­gungen folgen (6.Auflage des Buches). Das Ergebnis vorweg: Sarrazin hat eine Tür einge­treten. Wer auch immer das so gewollt oder nicht gewollt hat, egal, die Lage ist verändert. Nun dürfen die Deutschen zur Selbstbestimmung über ihr Land das Wort ergreifen. Sarrazin ist der Berufungsfall. Jetzt liegt es an den Deutschen, also beim Souve­rän, eine Remedur2 in der Sozial- und Ausländerge­setzgebung zur Rettung ihrer Zukunft zu fordern.

Zur Erinnerung sei nochmal festgehalten, daß der Schutzbund bereits 30 Jahre vor Sarrazin und au­ßerdem wesentlich tiefgründiger als dieser vor dem drohenden Niedergang Deutschlands gewarnt hatte. Er hat seither vergeblich versucht, mit dieser War­nung in der Öffentlichkeit gehört zu werden. Der Leser mag sich darüber Gedanken machen, warum der Schutzbund verschiedentlich in Verfassungs­schutzberichten des Bundes und der Länder genannt wurde. Das Bundesverfassungsgericht hat die Orga­ne des Bundes 1987 bekanntlich darauf verpflichtet, die Identität des deutschen Volkes zu bewahren. Die Ziele des Schutzbundes stehen damit im Einklang.

Schlingerkurs

Aus dem Buch wird recht deutlich, daß sich Sarrazin an gewisse Spielregeln der Führungsschicht halten muß, zu der er gehört. Er ist zwar als Tabubrecher angetreten; aber er hütet sich, tiefere Zusammen­hänge der Nachkriegsgeschichte aufzudecken, ob­wohl ihm das erleichtert hätte, seine Nachweise zu deuten. So bleibt manche Erklärung aus oder bleibt fragwürdig. Folglich kann auch sein Lösungsvor­schlag nur eine Krücke sein. Womöglich hat sich der Buchautor zurückgenommen, damit man ihm nicht gleich den Kopf vor die Füße lege, bevor Politik und Medien in die Sache überhaupt einsteigen würden. Nah genug dran war es ja. Und es wäre auf jeden Fall so eingetreten, wenn er z.B. ein von Sir W. Churchill geliefertes Motto über sein Buch gestellt und dementsprechend recherchiert hätte: „Wir wol­len den Deutschen fett aber impotent."

Trotz einiger deutscher Bekenntnisse wird bei der Lektüre schnell klar, daß Sarrazin eine bedingungs­lose Volksverbundenheit fehlt. Wenn er von Deutschland spricht, dann meint er in erster Linie einen funktionierenden Wirtschaftsstandort. Er rich­tet seine Warnung an jene ideologisch beengte Welt, die ihn auch selbst geprägt hat. Es ist eine Welt, deren Polachse das Geld ist. Sie hat das Volk durch die „Gesellschaft" ersetzt, und dieses Wort ist wohl das häufigste in dem Buch. Sarrazin stellt weder die Globalisierung in Frage noch das Bestreben, die Wirtschaft ohne Seitenblick auf Gewachsenes radikal durchzurationalisieren.

Sarrazin hat aber erkannt, daß diese Welt, also die westliche Gesellschaft, dabei ist, sich selbst abzu­schaffen. Deshalb hätte er dem Buch auch den Titel geben können „Der Westen schafft sich ab". Schon einleitend stellt er fest, daß sich die politische Kor­rektheit wie Mehltau über die Struktur- und Steue­rungsfragen legt und sowohl die Analyse als auch die Therapie erschwert (S.10). Er hat erkannt, daß die Stammlande der weißen Rasse vor der Land­nahme - Sarrazin zitiert mit diesem Wort den Wie­ner Verhaltensforscher Eibl-Eibesfeldt (S.257) - durch vitale Völkerschaften aus dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika die Augen verschließen.

Der Nachweis, daß dies so abläuft - noch dazu von der Gesellschaft gefühlsbetont materiell begünstigt -ist der Kern seines Tabubruches. Zu diesem treibt ihn die klare Erkenntnis, daß das Verschwinden der Deutschen, und der Europäer überhaupt, das Ende der unvergleichlichen wissenschaftlich-technischen Epoche in der Geschichte Europas bedeuten müßte. Ansonsten fährt Sarrazin einen Schlingerkurs ent­lang der politischen korrekten Linie. Er geht z.B. einen Schritt über diese Grenze, wenn er der Kriegsgeneration bescheinigt, daß sie sich vorbildlich für den Wiederaufbau in der Bundesrepublik einge­setzt habe, obwohl sie zu 90% den „Nazis" gedient hatte. Andererseits zeigt er in einer Grafik (S.340) den Geburtenaufschwung in den späten 30er Jah­ren, vermeidet es aber, ihn zu erwähnen. Er hätte dann unweigerlich sagen müssen, daß auch das Selbstgefühl und die Zukunftshoffnung eines Volkes - bei ihm hieße es „Gesellschaft" - das Gebärverhal­ten mitbestimmen. Das reicht noch weiter. Sarrazin erkennt das weltweit bewunderte Ausbil­dungssystem im Deutschen Reich als Voraussetzung für den wissenschaftlichen, technischen und wirt­schaftlichen Aufstieg Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert an. Aber er fragt nicht, welche Gründe insgesamt dahin geführt haben, daß ein erschrec­kender Teil der heutigen Jugend lernunwillig und haltungslos ist.

Sarrazin verweist schon in der Einleitung auf das gebrochene Verhältnis vieler Deutscher zu ihrem Land. Die natürliche Regung, seinen Eigenwert auch in der Zugehörigkeit zu einer höheren Einheit zu suchen, gelte bei vielen Deutschen zwar für den Fußballverein, für die Heimatgemeinde usw., selbst­verständlich auch für Europa; und jeder gebe sich gern als Weltbürger; „aber Deutscher? Nur beim Fußball, sonst eher peinlich" (S.18). „Sich um Deutschland als Land der Deutschen Sorgen zu ma­chen, gilt fast schon als politisch inkorrekt. Das er­klärt die vielen Tabus und die völlig verquaste Dis­kussion zu Themen wie Demographie, Familienpoli­tik und Zuwanderung" (S.18).

Sarrazin sucht nicht nach den tiefer liegenden Ursa­chen. Diese zu klären, wäre für sein Thema und für seinen eigenen Standpunkt von zentraler Bedeutung gewesen. Er ist nämlich selbst nicht ganz standfest. Wie könnte er sonst sagen, „daß die Migration die quantitativen Wirkungen des deutschen Geburten­rückgangs erheblich abgemildert hat" (S.60). Als Folge erwartet er eine „Verdünnung" der einheimischen Bevölkerung. „Das ist nicht weiter schlimm. Aber wenn sich dadurch das Bildungs- und Qualifikations­profil verschlechtern sollte, würde sich das sehr nachteilig auf die deutsche Zukunftsfähigkeit aus­wirken." (S.60) . Wo bleibt die Empfindung für sein Volk? Er spricht so, als sei hier von Colorado im amerikanischen Mittelwesten die Rede.

Zwiespältig ist auch seine Gewichtung der Erbfakto­ren. Immer wieder spricht er von stammesbedingten Unterschieden der Mentalität und Lebenshaltung; aber für seine Beweisführung legt er den Schwer­punkt auf die Intelligenz, die zu 50 bis 80 % erblich sei (S.91). Dadurch umgeht er den ideologisch an­gebrannten Komplex des Seelenerbes. Er läßt sich nicht auf die Frage ein, welche Elemente das Wesen und die Verschiedenheit der Völker, somit ihre Kul­tur, eigentlich bestimmen.

Betonung der Intelligenz

Was bisher über den Buchinhalt gesagt wurde, kann nur der Charakterisierung des geistigen Hintergrun­des dienen, vor dem es geschrieben ist. Es sollte im Hinblick auf das Grundanliegen Sarrazins nicht überbewertet werden. Sarrazin hat die Zukunftsfä­higkeit Deutschlands im Auge, und der Angelpunkt dabei ist nach seiner Überzeugung die dort angesie­delte Intelligenz. Das erscheint ihm für seinen Be­weisgang offenbar als die handfesteste Grundlage. Er will - möglichst zahlenmäßig- nachweisen, daß sich Deutschlands Bevölkerung bereits in einer Pha­se schwindender Intelligenz befindet. Wenn sich Sarrazin auf den empirischen Nachweis stützt, daß die Intelligenz zu 50 bis 80% erblich ist, kann er daraus ein zwingendes Interesse der Gesell­schaft, d.h. des Staates, an einer hohen Fortpflan­zungsrate der Intelligenten und an der Entfaltung der restlichen 20 bis 50% des Intelligenzpotentials an guten Schulen folgern.

Deshalb ist für das Weitere der Einwand nicht so wichtig, daß Sarrazin die Intuition und den Rang der Verbundenheit schöpferischer Köpfe mit der geisti­gen Welt des Heimatvolkes sträflich vernachlässige. Er verzichtet in seiner Argumentation also auf jene „Startgrundlagen" des geistigen Aufstiegs, die mit der Intelligenz nichts zu tun haben. Dadurch, so kann man sagen, liegt er auf der sicheren Seite. Sarrazin nimmt sich in seinem Buch jedenfalls die heute praktizierte Pflege bzw. Vernachlässigung der Intelligenzpotentiale vor. Schafft das Ausbildungs­wesen die notwendige Entfaltung der Intelligenzre­serven? Und: Wie pflanzen sich die Intelligenteren im Vergleich zu den weniger Intelligenten fort? - Das sind seine Kernfragen.

Kritik am deutschen Schul- und Hochschulwesen

Es sei hier nur knapp erwähnt, daß Sarrazin sehr ausführlich das deutsche Ausbildungswesen unter­sucht. Er erörtert die seit Jahren andauernden De­batten und Experimente zur Gliederung des Schul­systems und kommt unter Einbeziehung der Pisa-Ergebnisse zu dem Ergebnis, daß die Unterrichtser­folge völlig ungenügend sind. Das Niveau des tradi­tionellen deutschen Abiturs sei seit Jahrzehnten ge­waltig gesunken (S.65). Man folge der altlinken gleichmacherischen Ideologie, daß man Anforderungen so lange senkt, bis auch die Schwachen sie er­füllen können (S.242).

Nicht viel besser kommen bei ihm die deutschen Hochschulen weg.

Das Ergebnis lautet also, daß Deutschland heute nicht einmal in der Lage ist, die angeborenen Fähig­keiten seines eigenen Nachwuchses, noch die der Einwanderer, voll zu entwickeln.

Einfluß der Sozialgesetzgebung auf das Intelligenzniveau

Sarrazin legt ausführlich dar, wie die Sozialgesetz­gebung - im engeren Sinn die Festlegung der Grundsicherung auf 60% des bundesweit mittleren Einkommens - einerseits die Leistungsbereitschaft herabdrückt, zugleich auch die Empfänger demoti­viert und erniedrigt. Andererseits erhöht sie tenden­ziell die Geburtenzahl in der ärmeren Schicht, weil das Kindergeld die Barbezüge verbessert. In der ärmeren Schicht aber stellt Sarrazin, wie zu erwar­ten, eine Verdichtung der weniger Intelligenten fest und folgert aus deren höherer Kinderzahl ein all­mählich wachsendes Übergewicht der Minderbegab­ten. Diese Entwicklung ist zu beachten, obwohl die sog. Unterschicht nur 8% der Einheimischen aus­macht. Eine Verschärfung ergibt sich noch durch die ungebrochene Kinderarmut der Deutschen, wofür Sarrazin vor allem die Hochqualifizierten, insbeson­dere die intelligenten, in höheren wissenschaftlichen und in führenden Rängen arbeitenden Frauen ver­antwortlich macht.

Das System ist pervers"

Einen erheblichen Entwicklungsschub in Richtung Intelligenzschwund hat nach Sarrazin die Anreizwir­kung unserer Sozialgesetze auf den Zuzug aus den armen, „bildungsfernen" Schichten in der Türkei, in Nah- und Mittelost und Afrika ausgelöst. „Ohne die deutsche Grundsicherung wäre ein großer Teil der Migranten aus der Türkei, aus Afrika und Nahost niemals gekommen, denn Arbeitsmarktgründe gibt es schon seit 35 Jahren nicht mehr. Ohne Grundsi­cherung wäre auch der Familiennachzug geringer gewesen und Deutschland als Asyl nur halb so at­traktiv" (S.150). Von den Transferleistungen leben 8% der Einheimischen, demgegenüber, in den ver­schiedenen Ausländergruppen ansteigend, auf 18% bei den türkischen oder 24% bei den afrikanischen Einwanderern (S.63).

Sarrazin befaßt sich ausführlich mit dem Ausbil­dungsboykott jener muslimischen Ausländergrup­pen, denen die Grundsicherung ermöglicht, gettoar­tig abgeschlossen nach ihrer heimischen Kultur zu leben. Also hat die Grundsicherung eine hemmende Wirkung auf die Integrationsbereitschaft. Das „Ge­schenk" wird außerdem als selbstverständlich und als eher zu knapp betrachtet, was sich als Feindse­ligkeit gegenüber den Deutschen auswirkt (S.150). In diesem Zusammenhang gibt Sarrazin Einblicke in Berliner Schulverhältnisse, wie sie die Zeitungen inzwischen immer öfter bestätigen. Die Gruppen mit der höchsten Bevölkerungsdyna­mik, so stellt er fest, weisen die niedrigste Bildung und auch die niedrigsten Bildungszuwächse in den hier geborenen Generationen auf (S.64).

Wie sich die deutsche Ausländer- und Sozialpolitik auswirkt, führt Sarrazin u. a. an Hand der Erfahrun­gen des Stadtteilbürgermeisters Buschkowsky von Neukölln vor (S.300-304). Sarrazin: „Die Situation in Neukölln bringt die Frage der muslimischen Zu­wanderung exemplarisch auf den Punkt. Es geht um die geballte Mischung aus Mangel an Bildung, feh­lenden Sprachkenntnissen, aus Transferabhängig­keit, traditionellen Lebensformen, Jugendkriminali­tät, kultureller Distanz, und es geht um die Verfesti­gung dieser Mischung" (S.304). Wenn man Jugend­liche fragt, was sie werden wollen, kann man als Antwort hören: „Ich werde Hartz IV".

Als Beispiel für die aufgewendeten Kosten zitiert Sarrazin die Leiterin einer Ganztagsschule in Neu­kölln mit 654 Schülern, zu 80% „migrantisch", zu 80% aus sozial schwachen Familien: „Ich sehe doch an den Bescheiden für die Lebensmittelzuschüsse, wie viel Geld in diesen Familien ist, alles Sozialhilfe, wenn da viele Kinder sind, gibt das 3000, 3500 Eu­ro." Allein an dieser Schule erhalten die Eltern mo­natlich 400 000 Euro (S.323). Sarrazin: „Das System ist pervers" (S.323).

Urteile und Anmerkungen zur Lage

Die Generationen der hier geborenen Migranten stel­len nicht einen Teil der demografischen Lösung dar, sondern einen Teil des demografischen Problems (S.64).

„In Deutschland beobachten wir schon seit vielen Jahren die allmähliche Verfestigung und das bestän­dige Wachstum einer weitgehend funktions- und arbeitslosen Unterschicht" (S.174). „Warum sollte uns das Klima in 500 Jahren interes­sieren, wenn das deutsche Gesellschaftsprogramm auf die Abschaffung der Deutschen hinausläuft?" (S.18)

Vural Öger, deutsch-türkischer Unternehmer: „Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Tür­ken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen liegen. Das, was Kamuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwohner mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frau­en verwirklichen" (S.316).

Die Forderungen von Sarrazin

Sarrazin äußert sich über Reformen in der Familien- und Schulpolitik. Seine wesentlichen Forderungen beziehen sich aber auf die Sozial- und Ausländerpo­litik (S.326-330).

1. Die Grundsicherung soll nur noch gegen gewisse Gegenleistungen ausbezahlt werden. Solche sind einerseits Tätigkeiten, andererseits die verpflichtende Nutzung der Förderangebote für die Kinder, also Krippen, Kindergarten, Schulen, Sprachkurse (für Erwachsene). Die Nichtbeachtung der Bildungsange­bote soll mit Kürzungen der Sozialleistungen geahn­det werden. Mit solchen Sanktionen will Sarrazin in erster Linie die Integration der hier lebenden Ein­wanderer, auch der 2. und 3. Generation, fördern.

2. Der weitere Zuzug von Ausländern soll strikt auf qualifizierte Fachleute beschränkt werden.

Sarrazin nennt die hier lebenden Ausländer will­kommen, wenn sie sich die deutsche Sprache und Teile unserer Lebensart aneignen (S.326). Das ist ein frommer Wunsch, wenn man das Selbstbewußt­sein der Ausländer mit dem der Deutschen ver­gleicht und bedenkt, daß in Deutschland bereits 15 bis 17 Millionen Ausländer leben. Im übrigen ist In­tegration immer ein Stück Assimilation; diese kann man von Einzelpersonen erwarten, nicht aber von Volksgruppen. Was Sarrazin verlangt, hat der türki­sche Ministerpräsident Erdogan schon Menschen­rechtsverbrechen genannt, und das mit Recht. Man darf wohl vermuten, daß Sarrazin hier den Naiven nur spielt und vielleicht zurückschneidende Wirkun­gen der Sanktionen auf die Ausländerzahl nur er­hofft. Man kann das auch bezweifeln. Die Reform­vorschläge muten überhaupt spielerisch an. Nie­mand glaubt, daß die Zügel angezogen werden. Denn trotz vieler unbestreitbarer nationaler Schäden und Nachteile der Ausländerpolitik, die unsere Kanz­ler oft mit markigen Sprüchen tadelten, hat sich in Jahrzehnten nichts geändert. Man muß daraus schließen, daß hier ein Plan abläuft. Die Politik und die Medien werden das Buch übergehen und diesen Plan weiterverfolgen wie bisher.

Folgerungen

Der Wert des Buches kann dann nur in der Bloßstel­lung des - nach Sarrazin - perversen Systems lie­gen. Gegen diesen Mißstand können die Deutschen jetzt unter Berufung auf eine Persönlichkeit der le­galisierten politischen Oberschicht protestieren. Eine mögliche, aber ziemlich wirkungslose Form des Pro­tests ist seine Äußerung in der Wahlkabine; Wahl­verweigerung ist kein sichtbarer Protest. Wenn unser Volk überhaupt noch bereit ist, sich dem Lebenskampf zu stellen, dann muß jetzt die allgemeine Stimmung in eine aktive Fundamental­opposition umschlagen. Es müssen sich Bürgerinitia­tiven bilden, die ihren Protest gegen den Ausrot­tungsplan an Medien, Kirchen und Politikern vorbei In die Breite tragen. Es steht auch die UNO-Resolution 61/295 vom 13.9.2007 über die „Rechte indigener Völker" zur Verfügung. Die UNO dachte dabei zwar an die Völker der Dritten Welt in den alten Kolonialgebieten. Wenn man es recht betrach­tet sind die Deutschen in einen verwandten Gefähr­dungsstatus geraten. Also haben sie Grund, die Kla­ge auf Beendigung der Verdrängung vom eigenen Lebensraum bei den Vereinten Nationen einzurei­chen. Das Maß ist voll!

 

1 SDV = Schutzbund für das Deutsche Volk

2 Remedur = Heilung, Abhilfe