Holt unser Gold heim!“

B. Ullrich

Unter dieser Bezeichnung wurde eine Initiative des “Internationalen Steuer­zahlerbundes” (Taxpayers Association of Europe (TAE) e. V.) gestartet, mit 80 mehr oder weniger bekannten Personen als Erstunterzeichner1. Unter ih­nen befinden sich u. a. Peter Boehringer, Dr. Bruno Bandulet, Frank Schäffler („Euro-Rebell“ der FDP), Prof. Hans-Olaf Henkel, Beatrix von Storch (Zivile Koalition), Oliver Janich (Partei der Vernunft), Jochen Kopp (Verleger) und Prof. Wilhelm Hankel. Auf der Weltnetzseite www.gold-action.de wird der Aufruf wie folgt begründet:

„Die Deutsche Bundesbank hält treuhänderisch für die deutschen Bürger ca. 3.400 Tonnen an physischem Gold, welches nach einem möglichen endgültigen Vertrauensverlust des Euros als (Teil-)Deckung einer neuen Währung unter Umständen dringend gebraucht würde. Um diesen Zweck zu erfüllen, muß zunächst Transparenz über das seit Jahrzehnten weitest­gehend im Ausland gelagerte Gold hergestellt werden und dieses dann nach Deutschland verbracht werden. Dem stehen keine benennbaren juris­tischen Gründe entgegen; und spätestens seit dem Ende des Kalten Kriegs 1990 auch keine militärischen mehr.“

Selbstverständlich sollten die Alliierten unser bei ihnen lagerndes Gold end­lich zurückgeben (oder aber ggf. vor aller Welt zugeben, daß sie es als Teil ihrer Kriegsbeute betrachten!). Aber wie steht es mit der Begründung, daß es „als (Teil-)Deckung einer neuen Währung dringend gebraucht“ würde?

Die Initiative führt weiter aus:

Die allmähliche Aufgabe dieser Golddeckung im Laufe des 20. Jahr­hunderts und die endgültige Lösung der Währungen von Gold 1971 ist der Hauptgrund für die seitdem explodierenden Geldmengen und den nach­folgenden weitgehenden Verlust der Kaufkraft.“

Diese Behauptung der aufrufenden Experten ignoriert völlig die Tatsache, daß alle Staaten mit „unabhängiger“ Zentralbank ihren Geldbedarf nicht eigenhoheitlich durch Geldschöpfung decken können bzw. „dürfen“, sondern sich das über die Steuereinnahmen hinaus benötigte Geld bei „ihrer“ Zentralbank (bzw. den angeschlossenen Geschäftsbanken) gegen Zinsen lei­hen müssen. Die Ursprünge dieses Schuldgeldsystems reichen zumindest bis in das Jahr 1694, das Gründungsjahr der privaten „Bank von England“, zu­rück. William Patterson, einer der damaligen Direktoren und Vorstandsmit­glieder der Bank von England, schrieb dazu in einem Rundbrief von 1694 an potentielle Anleger: „Die Bank bekommt Zinsgewinne auf alle Gelder, die sie, die Bank, aus nichts schöpft“ („creates out of nothing“)2. Und bei der in­zwischen weltweit installierten, systematischen Verschuldung von Staaten spielen Goldbestände allenfalls eine untergeordnete Rolle als Teil des insge­samt verpfändbaren Volksvermögens. Die frühere „Golddeckung“ von Bank­noten beruhte auf dem Umstand, daß die meisten Banknotenbesitzer das auf den Banknoten vermerkte Einlöseversprechen gegen Gold nicht in Anspruch nahmen. Abgesehen davon wird eine private Notenbank die bei ihr einge­lagerte Goldmenge eines Staates in erster Linie als Einlagesicherung für ihre privaten Anteilseigner betrachten.

Die „explodierenden Geldmengen“ sind einzig dem Umstand zu verdanken, daß die Staatsschulden nie getilgt, sondern immer nur umgeschuldet werden, wobei die jährliche Zinslast in etwa der jährlich erforderlichen Neuverschul­dung entspricht – zumindest wenn man einen größeren Zeitraum betrachtet3. Dank dem Zinseszinseffekt wächst die Verschuldung zunächst langsam und dann exponential immer schneller. Da den Schulden immer die gleiche Menge an Guthaben gegenübersteht, wächst die Geldmenge entsprechend mit – wobei die jeweils fälligen Zinsen dann durch Wirtschaftswachstum + Neu­verschuldung erzeugt werden müssen. Hinzu kommen noch betrügerische Effekte, wie der Geldverleih der Banken untereinander, der im September 2010 zwischen deutschen Großbanken immerhin 43 % aller Verbindlichkei­ten betrug. Als „Sicherheit“ für solche Kredite dienen dabei „Wertpapiere“, die von den Banken selbst erschaffen werden können – ein legalisierter Fi­nanzblasenmechanismus! Und für solche kriminellen Finanzmonster werden nun „Rettungsschirme“ erfunden und von sog. Volksvertretern abgesegnet!

Weiter im Aufruf:

Der fehlende Goldanker ist auch die Hauptursache dafür, daß die globale Finanzkrise seit 2007 überhaupt derart gravierende und hoch-gefährliche Ausmaße annehmen konnte.“

Wie die Geschichte bezeugt, hat der Goldbestand in einem Tresor seit der Er­findung des Papiergeldes immer nur eine Alibifunktion für die Besitzer erfüllt. Geldexperten sollte dies bekannt sein...

Meiner Ansicht nach gibt es nur einen tragfähigen „Anker“, an dem ein Geld­system zum Wohle aller festgemacht werden kann: Die Rechtschaffenheit der Betreiber! Die Deckung eines gesetzlichen Zahlungsmittels innerhalb einer Volkswirtschaft besteht in den Waren und Dienstleistungen, die das Volk schafft und anbietet. Dabei spielt die Beschaffenheit des Tauschmittels und Bewertungsmaßstabes Geld überhaupt keine Rolle - es ist sogar von Vor­teil, wenn dieses Geld keinen eigenen Warenwert besitzt. Das heutzutage für Zahlungen überwiegend benutzte Buchgeld wird ja nur auf Knopfdruck oder Mausklick erzeugt und wieder vernichtet – ohne Probleme. Und ein gerechter Außenhandel besteht aus Geben und Nehmen, aus Leistung und Gegenleis­tung zu gleichen Teilen. Dabei sind Edelmetalle als Ware anzusehen, genau wie andere Bodenschätze, die ein Land gegen Rohstoffe oder Fertigwaren eines anderen Landes tauschen kann.

Glaubt denn auch nur ein Geldexperte, daß Deutschland sein „Top-Rating“ den egal-wo-lagernden Goldvorräten verdankt? Oder daß das Rating besser würde, wenn alles Deutschland gehörende Gold in Frankfurt gelagert wäre?

Der auf ca. 3.400 Tonnen (= 3.400.000 kg) geschätzte Goldschatz der BRD entspricht in etwa einem Geldwert von 134 Milliarden Euro, wenn man den Ankaufkurs vom Anfang Juli 2012 zugrundelegt (für 1 kg Gold 999 gibt es ca. 39.600 €). Dies entspricht immerhin ca. 43 % des Bundeshaushalts 2012. Oder 6,5 % der gesamten Staatsverschuldung beim Stand von 2.035 Milli­arden. Als „Sicherheit“ oder „Pfand“ für die Gewährung von Staatskrediten spielt das Gold ersichtlich keine Rolle, egal wo es lagert und wie die tat­sächlichen Eigentumsverhältnisse sind.

Was zählt mehr: Gold im Tresor oder wirtschaftliches Leistungsvermö­gen?

Nachfolgend sollen einmal wirklich unabhängige Geldsystem-Experten zu Worte kommen.

Zunächst Johannes Rothkranz, Verfasser von „Die Protokolle der Weisen von Zion – erfüllt“ Band II Teil 1:

Muß Geld „gedeckt“ sein?

Ja, natürlich! Aber nicht durch Gold oder Silber, das irgendwo in schwer­bewachten Tresoren einer Zentralbank schlummert und dort niemandem etwas nützt, auch nicht durch den Gold- oder Silbergehalt der Geldmün­zen selber, der ebenfalls niemandem et­was nützt (solange man die Mün­zen nicht einschmilzt!), sondern durch ein reichliches Angebot an Waren und Dienstleistungen aller Art! Jede andere Form der vermeintlichen „De­ckung“ ist sinn- und nutzlos.“ (S. 22)

Mit anderen Worten: Gold kann man nicht essen, und ebenso wie Papiergeld benötigt Gold, wenn man es an Geldes Stelle nutzen möchte, einen Käufer, der einem als Verkäufer dafür Waren oder Leistungen aushändigt. Die Tatsa­che, daß Gold im Krisenfall (z. B. in einer Hyperinflation) ein besseres Wert­aufbewahrungsmittel als Papiergeld ist, spielt für die Deckungsfrage keine Rolle. In einer Krise mag Gold als Tauschmittel dienlich sein, was aber auch auf Zigaretten, Getreide oder Konservendosen zutreffen kann.

„Muß Geld nicht trotzdem noch durch etwas anderes „gedeckt“ sein als durch das blo­ße Waren- und Dienstleistungsangebot? Richtig, es fehlt noch jenes Element, welches das Geld zum gesetzlichen Zahlungsmittel macht, und das ist seine Einführung bzw. sei­ne Anerkennung durch die staatliche Autorität! Diese staatliche Autorität ist von derart ausschlagge­bender Bedeutung für die allgemeine, bereitwillige Annahme des Geldes - egal welchen Geldes! - als Geld, daß letztlich alle Experten, sogar die Goldfanatiker, es nicht leugnen können.“ (S. 22)

Auch für Papiergeld als gesetzliches Zahlungsmittel gilt, daß sein Wert durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Gibt es viele Anbieter von Waren und Leistungen, so ist die Nachfrage nach Geld groß. Gibt es keine Anbieter von Waren und Leistungen, so ist selbst der größte Geldhaufen nichts wert, auch wenn er aus Gold wäre. Somit kommt Joh. Rothkranz zu dem Ergebnis:

„Der Wert des Geldes hängt nicht von irgendeiner „Deckung“ durch Edel­metalle o. ä. ab, sondern einzig und allein von seiner Menge im Verhältnis zur Menge dessen, was man damit jeweils auf dem „Markt“ kaufen kann.... Ganz kurz gefaßt: Das jeweils vorhandene Waren- und Dienstleis­tungsangebot ist die jeweils aktuelle „Deckung“ der jeweils aktuell um­laufenden Geldmenge; das Verhältnis dieser Geldmenge (= Angebot) zur Waren- und Dienstleistungsmenge (= Nachfrage) allein bestimmt den Geldwert.“ S 27

Der nun folgende Text, mit dem das oben ausgeführte nochmals verdeut­licht wird, stammt aus dem Buch „Panökonomie“,

verfaßt von einem wiener Ingenieur und Oberbaurat namens Robert Keller. Das Buch erschien im Jahr 1947 im Selbstverlag und enthält eingangs ein 1. Vorwort von 1937, in dem schon die Gefahr eines weiteren „furchtbaren Weltkriegs“ gesehen wird, wenn die ungerechte Verteilung der Produktion nicht beendet würde. Keller war überzeugt, daß seine Darlegungen einer „freien gerechten Wirtschaft“ die Lösung für alle Schaffenden bringen würden – daher lautet der Untertitel seines Buches „Die Weltwirtschaft der Zukunft“. Der Text ist aus dem hochinteressanten Gesamtzusammenhang des 2. Kapitels herausgelöst, in welchem Keller anhand des fiktiven Staates „Ir­gendland“ beschreibt, wie eine nach seinen Regeln ideal funktionierende Volkswirtschaft durch ein betrügerisches Geldwesen zugrunde gerichtet werden kann.

Punkt 25: Die Deckung des Geldes durch Gold — überflüssig.

Eines Tages wird nun im Staat „Irgendland" mit der Begründung, das Geld müsse aus wichtigen Gründen, wie beispielsweise mit Rücksicht auf den Außenhandel, durch Gold gedeckt sein, ein Gesetz beschlossen, dem­zufolge einer privaten Aktiengesellschaft, der sogenannten Notenbank AG., unter der Voraussetzung, daß sie für diese Golddeckung vorsorgen werde, das ausschließliche Privilegium erteilt wird, das irgendländische Geldwesen zu verwalten.

Ehe wir uns mit den Vorgängen bei der Gründung einer Notenbank beschäftigen, ist es unbedingt notwendig, daß wir uns die Frage vorlegen, ob die Deckung des Geldes durch Gold wirtschaftlich irgendwie bedeu­tungsvoll ist. Die Antwort kann nach dem bisher gesagten nur lauten: die Golddeckung ist vollständig überflüssig. Meine geehrten Leser haben sich ja aus den dargestellten Wirtschaftsvorgängen überzeugen können, daß das Geld keinem anderen Zweck als dem Austausch der Waren dient. Wozu also die ganz belanglose Deckung, die jedem Menschen, der sich sein gesundes wirtschaftliches Denken nicht verwirren läßt, ebenso sinn­widrig erscheinen muß, wie etwa die lächerliche Absicht, die Wagen, mit denen die Waren transportiert werden, aus Gold herzustellen. Jeder Liefe­rant hat doch nach erfolgtem Warentausch seinen Wagen wieder unver­ändert in seinem Besitz. Genau so unverändert, genau so „stabil" bleibt in einer gerechten Wirtschaft auch das Geld, ob es nun durch Gold gedeckt ist oder nicht. Das Geld kann nur durch Leistungen und Waren, die man dafür erhält, gedeckt werden; niemals durch einen im Panzertresor der Notenbank schlummernden Haufen von Goldbarren. Ein kleines Beispiel soll dies beweisen:

a) Wenn in einem Staat alle Banknoten der Staatswährung zu 100 Prozent durch Gold gedeckt wären, so wäre das nach den heute noch immer geltenden Anschauungen der Staatsmänner und Nationalökonomen, ein idealer Zustand und eine beneidenswerte Wirtschaft. Wenn in diesem Staat, von einem Tag angefangen, kein Mensch mehr etwas arbeiten würde, so daß weder auf den Feldern noch in den Werkstätten und Fabriken irgend welche Waren erzeugt werden würden, so könnte man in kurzer Zeit, nach Verbrauch sämtlicher Warenvorräte, für alle Banknoten dieses Staates zusammengenommen keine Verbrauchsgüter mehr erhalten; die Banknoten wären vollkommen wertlos, trotzdem man in der Bank den vollen Goldwert für sie ausbezahlt bekäme. Warum? Weil der Wert der Banknoten nur von den Waren herrührt, die man dafür erhält und nicht von dem Gold, das die Notenbank in ihrem Goldkeller als „Deckung" der Banknoten eingegraben hat.

b) Wenn hingegen in diesem Staat die Golddeckung aufgegeben werden würde, so daß keine einzige Banknote mehr durch Gold gedeckt wäre, so hätte dieser Staat, nach den heute geltenden Anschauungen, die denkbar schlechteste und unsicherste Währung die es gibt, eine Währung, die angeblich jeden Außenhandel unmöglich machen müßte.

Jetzt kommen wir aber zum springenden Punkt: In diesem Staat ist jede Vermehrung des Banknotenumlaufs verboten und unmöglich gemacht, der Banknotenumlauf bleibt daher stets unverändert. Dafür wird aber der flei­ßigen Bevölkerung dieses Staates, durch staatliche Förderung, durch Ver­besserung der Produktionsmethoden in Stadt und Land, durch Auswertung neuer Erfindungen u. dgl. mehr, die Arbeit so leicht und gewinnbringend gemacht, als dies nur überhaupt möglich ist. Das führt zu einer sich fort­während und zu immer gewaltigeren Höchstleistungen steigernden Waren­produktion. Da muß und wird der Wert der Banknoten in diesem Staat, ganz von selbst, sofort zu steigen beginnen und sich immer mehr erhöhen. Warum? Weil die einzig mögliche, die einzig reale Deckung des Pa­piergeldes, nämlich die alljährlich erzeugte Warenmenge, sich auf diese Weise konstant erhöht! Das Papiergeld wird dadurch wertvoller, denn man bekommt immer noch mehr Lebensgüter dafür als früher; seine Kauf­kraft und damit auch das Vertrauen der Ausländer zum Papiergeld dieses Staates wird von Tag zu Tag steigen und der Außenhandel sich blühender entwickeln als je — trotzdem auch nicht ein einziges Gramm Gold in der Notenbank dieses Staates als „Deckung" eingegraben ist.“

An der Stelle sei ein Einschub gestattet. Hier wird kurz angesprochen, daß in der von Keller entwickelten „Panökonomie“ die einmal festgesetzte Geld­menge eines Landes nicht mehr erhöht oder verringert werden soll. Die heu­tigen Geldexperten reden aber unisono davon, daß man die Geldmenge an die Warenproduktion anpassen soll. Erhöht sich die Produktion, dann soll die Geldmenge entsprechend erhöht werden. Keller weist an anderer Stelle je­doch nach, daß dies ein Betrug an den Produzenten ist. Denn wenn bei gleichbleibender Geldmenge mehr Waren auf den Markt kommen, dann sin­ken die Preise und alle können sich fürs selbe Geld mehr leisten. Die vor­handene Geldmenge gewinnt an Kaufkraft. Außerdem kann kein „Experte“ genau erklären, wie denn ein Mehrgeld in den Kreislauf geschleust werden soll, ohne daß die Schaffenden dabei übervorteilt werden. Und es müßte eine sehr zeitnahe und umfassende Produktionserhebung stattfinden, damit über­haupt ein schneller Ausgleich für mehr (oder ggf. weniger!) Waren geschaf­fen werden könnte. Die bisherigen nachträglichen statistischen Erhebungen sind dafür nicht geeignet. Doch zurück zum Thema Golddeckung:

„Daraus ersieht man, daß nur die Beschaffung von gut bezahlter Arbeit und die dann von selbst eintretende Steigerung der Warenproduktion, bei gleichzeitiger Einstellung der Banknotenvermehrung, eine notleidende Volkswirtschaft retten kann, niemals aber die Gründung einer Notenbank-Aktiengesellschaft, die das Geld durch Gold „deckt". Und doch gründen die Regierungen in aller Welt private Notenbanken und hüten sie wie ih­ren Augapfel. Voll Angst starren sie dann auf den schwindenden Gold­schatz, auf die angebetete „Golddeckung", und treffen zum Schutze dieses Heiligtums drakonische Maßnahmen, wie Devisenvorschriften, Einfuhr­verbote u. dgl. m., welche die einzige reale Deckung des Geldes, die Warenproduktion, vernichten und den internationalen Warenhandel schwer schädigen. Sinnlos und überflüssig erscheint die Anbetung der Golddeckung jedoch — wie gesagt — nur dem unbefangenen Denken des ehrlichen Schaffenden, weil er nicht ahnt, daß die Golddeckung eines der wirksamsten Mittel ist, um den bis ins Kleinste ausgeklügelten Plan der Ausbeuter, die Schaffenden der ganzen Erde zu ihren Arbeitssklaven zu machen, mit Erfolg zu verwirklichen.“

Der Autor nimmt in seinem ganzen Buch kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, die Machenschaften der „Großmeister des Weltwuchertums“, der „modernen Raubritter“ und der „Wölfe im Schafspelz“ anzuprangern.

Zum Abschluß der Golddeckungsfrage zitieren wir noch einen ehemaligen Gouverneur der Bank von England und Großindustriellen, der bei seinem Tode 1939 das Büchlein „Wirtschaft als Drangsal“ hinterließ, Vincent C. Vickers. Er schreibt auf S. 30f:

„So unglaublich das auch sein mag, es gibt in diesem Lande noch Men­schen, die die Rückkehr zum Golde verteidigen und mit Nachdruck verlangen, daß den Banknoten die Eigenschaft wieder verliehen werde, sie auf Anforderung in Gold umgetauscht zu erhalten. Gewissen Leuten sei hier einmal klargemacht, daß es niemals auch nur im entferntesten Möglich gewesen ist, die gesamten ausgegebenen Banknoten gegen eine gleiche Anzahl Goldstücke (souvereigns) oder gar gegen die entspre­chende Gewichtsmenge Barrengoldes umzutauschen. Das britische Publi­kum konnte auch unter der Goldwährung nur der Möglichkeit sicher sein, Banknoten in Gold umtauschen zu können, vorausgesetzt, daß es prak­tisch niemals den entsprechenden Gegenwert in wirklichem Gold verlang­te. Denn Gold in einer Menge, die es erlaubt hätte, alle ausgegebenen Banknoten auf die hier gemeinte Weise in Gold umzutauschen, hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben.“

1 Hier ist auch Andreas Popp von der Wissensmanufaktur aufgeführt worden. Auf meine erstaunte Rückfrage bei ihm bekam ich zur Antwort: „Als ich diese Liste unterschrieb, gab es meines Wissens keine Begründung, denn mit dieser Forderung hätte ich es nicht unterschrieben. Ich stelle mich ganz und gar gegen eine metallgedeckte Währung.“

2 J. Rothkranz „Die Protokolle... erfüllt“ Band II Teil 1 S. 143

3 Hier der Zeitraum 1960-1998, zitiert nach H. Creutz „Das Geld-Syndrom“, gefunden bei J. Rothkranz „Die Protokolle... erfüllt“ Band II Teil 1 S. 100