Immer
das selbe imperiale Spiel
B.
Ullrich
Im
April 1975 trafen sich ungefähr 100 illustre Personen des angloamerikanischen
Establishments in Tokio, um über einen „Imagewechsel“ der USA zu konferieren.
Dieser war dringend nötig geworden, nachdem die USA in der Weltöffentlichkeit
in Verruf geraten waren – wie Jahrzehnte später unter George W. Bush, der dann
von Obama abgelöst wurde. Durch die Aufhebung des Goldstandards 1971 durch
Nixon und die 1973 von den Bilderbergern in Szene gesetzte Ölpreiserhöhung um
400 % hatte sich eine Verschuldung vor allem der ärmeren Länder entwickelt, die
schnell zur Verelendung breiter Volksmassen führte. Zu sehr hatten insbesondere
die Länder der Dritten Welt unter der „Pendeldiplomatie“1
des damaligen Außenministers Henry Kissinger gelitten. David Rockefeller
präsentierte den Anwesenden den Erdnußfarmer Jimmy Carter als nächsten
Präsidenten der USA, der auch 1976 tatsächlich „gewählt“ wurde. Sein
Markenzeichen wurden die „Menschenrechte“, die den USA seitdem als Vorwand für
alle möglichen Einmischungen in die Politik anderer Länder dienen. Carter, der
auch der „trilaterale Präsident“ genannt wurde, da seine Berater alle der
Trilateralen Kommission entstammten, rief eine Sonderkommission „Arbeitsgruppe
Iran“ ins Leben, geleitet von einem Bilderberger und Trilateralen namens George
Ball. Diese Gruppe, gemeinsam mit Sicherheitsberater Brzezinski, bereitete den
Sturz des ehemals von den USA eingesetzten persischen Schahs vor. Es gab einen
breit angelegten Plan zur Neugestaltung des Nahen Ostens, ausgearbeitet von dem
Briten Bernhard Lewis. Dieser sah vor, den islamischen Fundamentalismus zu
benutzen, um die moslemischen Länder zu „balkanisieren“ und in Gruppen
aufzusplittern. Der Westen sollte autonome Gruppen und Minderheiten wie Kurden,
Armenier, Turkvölker usw. gegen die Regierungen der Staaten aufhetzen, in denen
sie lebten. Das daraus entstehende Chaos sollte lt. Lewis „einen Krisenbogen
erzeugen“, der bis in die moslemischen Gebiete der UDSSR hineinreichen sollte.
Um
den Schah zu schwächen, trieben amerikanische Berater die iranische Geheimpolizei
zu immer brutalerem Vorgehen gegen die Bevölkerung an, was natürlich Haß
erzeugte und praktischerweise Carter die Handhabe gab, die „Verletzung der
Menschenrechte“ zu beklagen – Heuchelei auf höchstem Niveau, die Ähnlichkeiten
zu den derzeitigen Ereignissen sind wohl unübersehbar! Damals gab es noch kein
Weltnetz und keine über das Weltnetz kooperierenden „sozialen Netzwerke“ wie Facebook,
aber der britische Staatssender BBC sendete auf persisch und heizte die Lage
durch einseitige und übertriebene Berichterstattung zugunsten Ajatollah
Khomeini an. Im Januar 1979 kam der angloamerikanische neue Wunschkandidat dann
an die Macht und stellte nebst anderen Aktivitäten zunächst die Ölförderung
ein. Auf den darauf folgenden nächsten Ölpreisschock setzten die USA dann noch
einen durch Hochzinspolitik bedingten Finanzschock, der maßgeblich von dem
Trilateralen und Rockefeller-Mann Paul Volcker inszeniert wurde.2
Die
Mittelmeer-Union
Derzeit
erleben wir wieder einen „islamischen Krisenbogen“, der von Tunesien ausgehend
ein nordafrikanisches Land nach dem anderen erschüttert. Wieder spielen die
Medien – diesmal vor allem das Weltnetz - eine große Rolle bei den Protesten,
wieder ertönt aus den USA und Europa der Ruf nach „Menschenrechten“. Doch nicht
nur offenkundige US-Interessen, sondern auch ein Zusammenhang der –
propagandistisch von den armen, unterdrückten, nach wahrer Demokratie
lechzenden Volksmassen ausgehenden – politischen Beben mit der erst kürzlich
gegründeten „Union für das Mittelmeer“ muß hier in Erwägung gezogen werden.
Wikipedia:
Die Union für das Mittelmeer, umgangssprachlich auch Mittelmeerunion,
ist eine Gemeinschaft zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, den
Mittelmeeranrainerstaaten sowie den an diese angrenzenden Staaten Mauretanien
und Jordanien, die am 13. Juli 2008 in Paris gegründet wurde. Sie
baut auf den bereits 1995 eingeleiteten Barcelona-Prozeß auf und nahm im
März 2010 ihre Arbeit auf.
„Zwangsgemeinschaft“ wäre wohl passender, denn die
vergemeinschafteten Völker Europas wurden wie üblich nicht gefragt. Der Spiegel
schrieb über den Mittelmeergipfel am französischen Nationalfeiertag am 14. Juli
2008:
„Frankreichs Staatschef Sarkozy, Gastgeber der hoch symbolischen
Zusammenkunft von 43 Staats- und Regierungschefs, glänzte am Wochenende als
Diplomat von Weltrang... Der runde Tisch vereint nicht nur verfeindete Nachbarn
wie Marokko und Algerien, sondern schließt erstmals auch Israel mit ein; schon
das ist eine Leistung, denn allein die Platzierung erforderte gehöriges
diplomatisches Fingerspitzengefühl.“
Und
nun werden die afrikanischen Mittelmeerstaaten, die sich bisher mit
us-amerikanischer Duldung bzw. Unterstützung in relativer innenpolitischer Souveränität
entfalten durften, europakonform „umgestaltet“. Demokratie muß her, westliche
Dekadenz wird über die Medien frei Haus mitgeliefert! Europas demokratische
Eliten präsentieren sich als islamfreundlich und ersticken jede Gegenwehr mit
Strafgesetzen gegen „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“.
Die
hochgebildete, leider aber in der Heimat keine Arbeit findende Jugend wird von
der EU als Lohndrücker, Volks- und Kulturzersetzer umworben – Stichwort:
Fachkräftemangel. So titelt die WELT am 22.1.2011 „Union will Jugendliche aus
Mittelmeerraum locken“, angeblich „Jugendliche aus
klassischen Gastarbeiterländern wie Portugal und Spanien“. Zunächst!
Selbst wenn sich die „Anwerbung“ auf Europäer beschränkt, wäre
dies für Deutschland katastrophal! Wie die FAZ Online am 4.2.2011 berichtete,
hatte Deutschland im 3. Quartal 2010 eine
Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen von 8,6 %. Spanien hatte die
höchste Quote der EU mit 43,6 %, gefolgt von der Slowakei mit 36,6 %. Aus der
Grafik der FAZ geht leider nicht hervor, ob bei uns die Jugendlichen in den so
beliebten billigen „Praktikantenstellen“ oder in „Qualifizierungsmaßnahmen“ als
arbeitslos gezählt werden oder nicht. Korrekt wäre dies, weil es sich um
"Warteschleifen" auf Staatskosten handelt. Zur Situation auf der
iberischen Halbinsel schreibt die FAZ: „Nach 15 Wirtschaftswunderjahren –
sie endeten abrupt 2008 – hat Spanien die verwöhnteste, anspruchsvollste und
untätigste junge Generation seiner Geschichte. ...Nach der letzten Erhebung der
OECD fielen im Jahr 2009 schon 15,3 % der Jugendlichen zwischen 16 und 24
Jahren in diese Kategorie. Nur Italien brachte es mit 15,9 % auf eine noch
erschreckendere Zahl.“
Na,
das ist doch genau die Kategorie „Gastarbeiter“, die wir ganz dringend zur
Bereicherung und Abhilfe des angeblichen Facharbeitermangels benötigen!
„In
der Rangliste der OECD-Länder, die die meisten „Überqualifizierten“ produzieren,
steht Spanien mit 25 % ebenfalls an der Spitze.“ Bildung, die keiner
braucht - Kunstgeschichtsdoktoren statt Schlosser!
Während sich Griechenland verzweifelt abmüht, der sog. illegalen
Einwanderung entgegenzutreten, wird über die Mittelmeerunion der sog. legalen
Einwanderung aus Afrika und Nahost der Weg geebnet. Dies nutzt wiederum dem
US-Regime bei der Zersetzung und Schwächung der europäischen Völker und ihrer
Sozialsysteme, getreu dem Freimaurermotto „Ordnung aus dem Chaos“. Globopoly -
wie üblich...