Wettbewerb ist eine Sünde“...

B. Ullrich

...soll John D. Rockefeller gesagt haben. Und darum trafen im November 1910 auf Jekyll Island/USA 7 Männer unter großer Heimlichtuerei zusammen, um Bankgesetze vorzubereiten, die den großen Banken unter Tarnung vor der Öffentlichkeit das Geldmonopol sichern sollten.1 Diese 7 Männer – Nelson Aldrich Rockefeller, Abraham P. Andrew, Frank Vanderlip, Henry P. Davison, Charles Norton, Benjamin Strong und Paul Warburg als Vertreter der Rothschild-Dynastie – repräsentierten damals etwa ein Viertel des Geldvermögens der gesamten Welt. Diese vormaligen Konkurrenten der Bank- und Investmentbranche setzten sich gemeinsam an einen Tisch, um für die Zukunft den Wettbewerb auszuschalten – durch Ausschalten bzw. Aufkaufen der Wettbewerber oder durch Kartellbildung.

Unter den Finanzgrößen dieser Welt gibt es seitdem keinen echten Wettbewerb mehr! Der Kampf wird nur gemeinsam geführt - gegen alle, die (noch) nicht dazugehören!

Weil der Kongreß keine Zentralbank wie in England wollte, nannten diese 7 Männer ihre Schöpfung Federal (sollte Regierung vortäuschen) Reserve (sollte Reserve vortäuschen) und System (sollte eine Verteilung der Macht über das ganze Land vortäuschen). Nachdem der so konstruierte Federal Reserve Act unter dem Namen Aldrich-Gesetz im Kongreß durchgefallen war, wurde er etwas umgestaltet, und man sicherte sich ein paar Demokraten als Unterstützer (Mietmäuler), die das abgeänderte Gesetz als Vorschlag einbrachten.

Ähnlichkeiten mit der EU-Verfassung und deren ablehnungsbedingter Umwandlung in den Lissabon-Vertrag sind gewiß rein zufällig? Oder auch nicht, denn irgendwie sind die Methoden, mit denen wir unter den Tisch gezogen werden, immer die gleichen, wie im weiteren Verlauf deutlich wird!

Schon damals war die Anwendung der Massenpsychologie in Mode, so daß Aldrich und Vanderlip geschickterweise hingingen und Reden gegen das selbst formulierte Gesetz hielten, um dessen Gegner davon zu überzeugen, daß es aufgrund der Ablehnung durch die beiden ein „gutes Gesetz“ sein müsse. Zugleich finanzierte der Siebenerclub eine „Bewegung von unten“, die Propaganda in Form von Vorträgen und Seminaren für das Federal Reserve System FRS abhielten. An einigen Universitäten wurden eigens Wirtschaftsabteilungen gegründet, in denen geeignete Professoren über die Segnungen des FRS schwadronierten. Dann wurde ein Trick angewandt, der uns auch sehr bekannt vorkommt. Das Gesetz wurde von Paul Warburg durch einige Paragraphen entschärft, welche die Macht der 12 Banken und ihre Möglichkeit, Geld aus dem Nichts zu schöpfen, stark beschnitten. Als seine Kumpane dagegen protestierten, erklärte er ihnen, daß es die Hauptsache sei, daß das Gesetz einmal angenommen würde. Die nötigen Veränderungen würden dann nach und nach vorgenommen werden – was auch prompt geschah.

Aktuell erleben wir diese Vorgehensweise bei der Gesundheitskarte E-Card, wo per Gesetzesänderung der Kreis derer, die auf die zentral gespeicherten Krankendaten zugreifen dürfen, leicht erweitert werden kann. Aktuell auch die Zensur und Sperrung von Weltnetzseiten mit Kinderpornographie, die sich dann ganz schnell auf politisch mißliebige Seiten ausdehnen läßt. Und natürlich wird bei der EU-Verfassung so vorgegangen – als Verfassung wollten die Völker, die abstimmen durften, das Machwerk nicht, als geringfügig veränderter „Vertrag“ sollen sie es nun ohne Abstimmungen schlucken!

Nach der Annahme des Federal-Reserve-Gesetzes im Dezember 1913 ist es über 100 Mal ergänzt worden, und alle Machtbeschneidungsparagrafen wurden nach und nach entfernt. Das erklärte Ziel des Federal Reserve Systems gegenüber den amerikanischen Bürgern war und ist es, die Wirtschaft und das Bankensystem zu stabilisieren. Wäre dies das wahre Ziel, so wäre die FED, wie sie heute auch kurz genannt wird, der absolute Versager und ihr einziger Erfolg bestünde darin, den regelmäßig von Rezession und Zusammenbrüchen heimgesuchten Bürgern vorzugaukeln, daß die Ursachen ihres Elends außerhalb des Einflusses der FED zu suchen seien und man selbst sein Bestes getan hätte, Schlimmeres zu verhüten.

Die wahren Ziele der FED waren und sind andere. Das erste Ziel ist die Machtausdehnung der beteiligten Banken durch Ausschaltung der Konkurrenz, insbesondere der kleineren Banken. Dies erreicht man z.B. durch Regulierungsauflagen, die von großen Banken leicht eingehalten werden können, von kleineren aber nicht. Oder man geht hin und überprüft die Einhaltung nur bei den Banken, die nicht zum Kartell gehören – selektive Regulierung.

Aktuell wird ein solches Vorgehen auf den Finanzgipfeln der G 20 geplant, z.B. beim Vorgehen gegen Steueroasen. Dem mittlerweile über die ganze Welt per Tochtergesellschaften und Filialen ausgebreiteten Kartell reicht doch EINE einzige Steueroase irgendwo völlig aus!

Das zweite Ziel war und ist, die Bildung von privatem Kapital zu verhindern, damit niemand ohne Beanspruchung von Bankkrediten Investitionen vornehmen kann. Dies erreicht man über den Zinshebel, mit dem man Kredite verbilligen und Sparzinsen senken kann. Wer Geld „aus dem Nichts“ erzeugen kann, der ist ja auf hohe Zinseinnahmen nicht angewiesen und kann die Geldmenge beliebig manipulieren.

Aktuell hatte Greenspan durch Senkung des Zins bis auf 1 % im Jahr 2003 die Hypothekenblase begünstigt.

Ziel Nummer drei war und ist es, die Verluste (z.B. nicht eintreibbare „Schulden“ eines Dritte-Welt-Staates oder eines großen Kreditnehmers) an die Steuerzahler weiterzureichen.

Aktuell läuft dazu die Schmierenkomödie „Rettet die Banken – ohne Banken keine Wirtschaft“, mit internationaler Starbesetzung, von Spitzenregisseuren arrangiert und mit großem Propagandaaufwand „an den Mann“ – den zahlensollenden Bürger/Bürgen – gebracht! Natürlich findet auch hier eine gewisse Auswahl statt, und es werden nur diejenigen Banken mit viel imaginärer Bürgerkohle unterstützt, die „too big to fail“ sind (= zu groß zum Umfallen, weil die anderen großen Banken aufgrund ihrer Beteiligungen und Einlagen sonst hohe Verluste erleiden müßten). Die anderen werden geschluckt bzw. zwangsfusioniert.

Nun ist es ja nicht so, daß einfach nur Geld herbeigezaubert wird, an dessen Anblick sich die Bankster erfreuen wollen, sondern dieses heutzutage per Knopfdruck am Computer erzeugte Zaubergeld wird nutzbringend investiert. Wer sein Geld selber drucken/knopfdrücken kann, der ist nicht mehr hinterm Geld her - der geht auf Einkaufstour. Und was kauft der so? Alles, was ihn dabei unterstützt, die Macht zu erhalten, die ihm durch das Privileg des Gelddruckens verliehen wurde. Der kauft sich also Schulen und Universitäten, Zeitungsverlage, Fernseh- und Rundfunksender, Unternehmen und Institutionen – alles, was er für seine Erziehung und Propaganda braucht. Und der kauft sich Gewerkschafter und Politiker, Professoren, Experten, Wissenschaftler, Historiker und Pfaffen – kurz: Mietmäuler aller Art und aus allen politisch und gesellschaftlich wichtigen Bereichen.

Im Wettbewerb gegen den Rest der Welt

In der Erkenntnis, daß „Wettbewerb = Sünde“ ist, zumindest wenn man Macht bündeln, erhalten und erweitern will, wird der sündige Wettbewerb von den Mächtigen dieser Welt für alle anderen zwangsverordnet. Der Kampf Jeder gegen Jeden verhindert das Entstehen einer wirksamen Gegenwehr von unten gegen die Machtkonzentration, die der Geldtrust seit 100 Jahren für sich beansprucht.

In der EU ist „Wettbewerbsfähigkeit“ zu einer der politischen Prioritäten der Europäischen Union geworden. Hier wird seit dem Jahr 2000 die Lissabon-Strategie (auch Lissabon-Prozess oder Lissabon-Agenda) verfolgt. Sie bezweckt vordergründig, „die EU innerhalb von zehn Jahren, also bis 2010, zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.“ Eine Erläuterung dazu lesen wir auf der Weltnetzseite www.ec.europa.eu:

Eine wettbewerbsfähige europäische Wirtschaft ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Verwirklichung der wirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Ziele der Gemeinschaft und damit auch für die Steigerung der Lebensqualität der europäischen Bürgerinnen und Bürger. Die von der Europäischen Union unternommenen Anstrengungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zielen auch ab auf eine Anpassung der europäischen Wirtschaft an neue Rahmenbedingungen: Strukturwandel, Verlagerung industrieller Aktivitäten in Schwellenländer, Verlagerung von Arbeitsplätzen und Ressourcen in neue Wirtschaftsbereiche, Risiko einer Deindustrialisierung.“

Daß durch die Auslagerung unserer Arbeitsplätze ins Ausland und die Umkrempelung unserer bisherigen Wirtschaftsbereiche unsere „Lebensqualität gesteigert“ wurde, muß mir irgendwie entgangen sein. Wir sind ja auch nicht gefragt worden, ob wir solchen Zielen zustimmen. Und wer die politischen Zielsetzungen der EU vorgibt oder zumindest mit ihnen einverstanden ist, das entnehmen wir dem Vorwort zum EU-Reformvertrag. Da werden genannt: Seine Majestät, der König der Belgier, Ihre Majestät, die Königin von Dänemark, Seine Majestät, der König von Spanien, Seine Königliche Hoheit, der Großherzog von Luxemburg, Ihre Majestät, die Königin der Niederlande, Ihre Majestät, die Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, und ein paar republikanische Präsidenten.

Innerhalb von Europa ist der Wettbewerb zwischen den sich auflösenden Nationalstaaten bzw. deren Staatsoberhäuptern offensichtlich kein Thema mehr. Ganz anders sieht das auf der Ebene des „kleinen Mannes“ aus, der sich als Bauer, Handwerker oder Kleinunternehmer im globalen Existenzkampf wiederfindet, welcher dank „Niederlassungsfreiheit“ zunehmend vor der eigenen Haustür ausgetragen wird.

Für die Mächtigen unter sich gilt Eigennutz durch Gemeinnutz, Zusammenarbeit, Abstimmung.

Für die Ohn-Mächtigen gibt es Überwachung, Regulierung, Konkurrenzkampf, Tributpflicht, Fremdbestimmung.

1 Alle hier genannten Fakten stammen aus dem Buch „Das Silberkomplott“ von Reinhard Deutsch.