Kritiker der Erinnerung“ –

ein Frankfurter Mediävist auf den Spuren von Wilhelm Kammeier

Dr. B. Burger

In einem Beitrag in der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) zum 70. Ge­burtstag von Johannes Fried, einem „Kritiker der Erinnerung“, wurden For­schungsarbeiten von Wilhelm Kammeier indirekt bestätigt und gewürdigt.

In der Ausgabe Nr. 117 vom Montag, 21. Mai 2012, schrieb Jürgen Kaube über Johannes Fried, der als Erforscher des Früh- und Mittelalters immer für eine Kontroverse gut ist, „weil er Sinn für Unsichtbares hat.“

Unsichtbar blieb in diesem Artikel vor allem Wilhelm Kammeier, obwohl er mit seiner mutigen Arbeit die Grundlagen für die Einführung des Beitrages schuf:

„Benedikt von Nursia, der Gründer der Benediktiner – eine erfundene Fi­gur, ein Implantat im kollektiven Gedächtnis?

Die Unterwerfung von Canossa – hat so nie stattgefunden?

Die Krönung Heinrich des Voglers 919 zum König des Ostfränkischen Reichs – ebenfalls ein reines Konstrukt?

Barbarossas Kniefall vor Heinrich dem Löwen in Chiavenna – noch so ein Implantat?“

Es ist hoch anzuerkennen, wenn J. Fried nach Art „einer Zeugeneinvernahme modernen Typs“, die Epoche des Früh- und Hochmittelalters auf dem Gebiet des Deutschen Reiches immer mehr als Feld von Phantasien, nachge­schobenen Begründungen, Gedächtnislücken, Bildprojektionen und Hören­sagen beschrieben hat.“

Bleibt die Frage, warum Jürgen Kaube als Verfasser des FAZ-Beitrages die Bücher Wilhelm Kammeiers „Die Fälschung der Deutschen Geschichte“, „Die Fälschung des Urchristentums“ und „Der zweite große Angriff – Neue Beweise zur Zerstörung und Verfälschung der deutschen und europäischen Geschichte“ mit keiner Silbe erwähnt. Verschweigen ist eine Form der Ge­schichtsfälschung.

Johannes Fried ist zu danken, daß er im „Historikerstreit“ seine Thesen trotz des vom vorauseilenden Gehorsam der „Main-Stream-Historiker“ geprägten Widerspruchs vertritt. Wünschen wir ihm - Herrn Kaube - und der „Frankfurter Allgemeine“ den Mut, den Namen Wilhelm Kammeier in der Zukunft auszusprechen und „den Versuchen, durch Fiktion politisch zu wirken“, weiter entgegenzutreten.