Auslaufmodell Kredit

B. & G. Ullrich

Die derzeitige Finanzkrise, besser als Kreditkrise bezeichnet, kommt weder plötzlich noch unerwartet, wie sich unschwer aus Zeitungsartikeln der letzten 3-4 Jahre belegen läßt. Offiziell eingeläutet wurde sie ausgerechnet durch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, einen Schweizer, der es am 27. Juli 2007 „als seine patriotische Pflicht“ betrachtete, die Fehlspekulationen der halbstaatlichen Mittelstandsbank IKB bei der Finanzaufsicht zu melden. Durch die Medien erfuhren wir dann in kleinen Portionen, daß zahlreiche Banken in Deutschland, sogar Sparkassen und Landesbanken, sich auf windige Kreditzockereien auf dem US-Hypothekenmarkt eingelassen haben und jetzt Gefahr laufen, Milliardenbeträge abschreiben zu müssen. Seitdem werden wir von den Massenmedien, den Experten und Politikern, zwischen Aufschwungseuphorie und Krisenstimmung wechselgebadet.

In den „Fachzeitschriften“ wie Financial Times Deutschland oder Handelsblatt wird den an Hintergründen und Einzelheiten interessierten Lesern ein umfangreicheres Bild vermittelt, ohne jedoch zu hinterfragen, ob noch etwas anderes als die Gier nach schnellem Geld dahintersteckt. Alle Beteiligten scheinen überrascht zu sein, erschüttert gar – das klingt allemal besser als zuzugeben, daß diese Entwicklung zwingend und daher voraussehbar war.

Wie stellt sich die Kreditkrise denn aus dem Blickwinkel des „gesunden Menschenverstandes“ und des „politischen Denkens“ dar, wenn wir mal davon ausgehen, daß alles, was derzeit geschieht, auch genau so geplant wurde, wie es nun abläuft? Was ist das Politische Interesse hinter dieser Kreditkrise?

 

Gerrit Ullrich hat diese Kreditkrise tatsächlich bereits vor dem langjährigen Geschäftsführer der Federal Reserve Bank, Finanzschauspieler Allan Greenspan, kommen sehen - zumindest wenn man so naiv ist und dessen Verlautbarungen glaubt. Greenspan hat ja behauptet, erst Ende 2005 eine Ahnung bekommen zu haben, „wie schwerwiegend das Problem sei“, als er darauf angesprochen wurde, daß er mit seiner 1-%-Zinspolitik die Hypothekenkrise mit verursacht hätte. Doch schon in DEUTSCHLAND Folge 3-4.2004 wurde die Bedeutung der Berufung des Finanzstrategen Horst Köhler zum Bundespräsidenten der BRD dargelegt und das Ende des uns bekannten Kreditwesens angedacht. Aus gegebenem Anlaß hier nochmals die damaligen Erkenntnisse von Gerrit Ullrich, durch aktuelle Einschübe in Fettdruck ergänzt:

 

 

Plutokraten-Politik wohin? Lautet die Steigerung:

Gestern Kohl, heute Köhler, morgen Verkohlter?

G. Ullrich

Wie der sich immer weiter beschleunigende Zugriff der Plutokraten und ihrer Geld-Managementgesellschaften – ob als Fonds oder Banken auftretend, bleibt sich dabei gleich - auf alle nur verfügbaren Sachwerte dieser Erde es anzeigt, steht das Medium, mit welchem seit mindestens zwei Jahrhunderten die politische Steuerung des Weltgeschehens und auch die große Eigentumsverlagerung erfolgt ist, vor seiner letzten Offenbarung; nämlich der, daß nicht das Geld an sich, sondern die zum menschlichen Lebensunter- und –erhalt dienenden Sachgüter die eigentlichen und damit die einzigen relevanten Werte sind.

Die über die heutige Funktion des Geldes gemanagte Verlagerung und Verschiebung der weltweiten Eigentumsverhältnisse hat zwischenzeitlich den Zustand erreicht, daß selbst die, welche die heutigen Zustände einzig über die virtuose Handhabung des Geldes herbeigeführt haben, um sich das Eigentum am größten Teil der irdischen Sachwerte zu ergaunern, dieses Geld in seiner bisherigen Betrachtung und Bewertung als nicht mehr erforderlich ansehen. Ja, wer sein über das Geld ergaunertes plutokratisches Eigentum an allen weltweiten Sachwerten auch künftig davor schützen will, daß es ihm auf dem Wege, wie es erworben wurde, vielleicht wieder verloren geht, der ist gezwungen, den zuvor beschrittenen Weg künftig auszuschalten. Um dieses potentielle Risiko für alle Zeiten auszuschließen, reicht es völlig aus, allein das Medium, welches einst dazu diente, sich den größten Anteil aller Sachwerte dieser Welt „zu kaufen“, in seinen Möglichkeiten künftig völlig anders zu gestalten. Das Geld muß funktional umgestaltet werden! Wobei dann gemeinsam mit dem nicht mehr benötigten Geld alter Wertigkeit auch dasjenige die geistige Welt verlassen muß, was dem Geld überhaupt erst seine Machtposition verschafft hat: der Kredit.

Mit dieser Feststellung im März 2004 wurde der Sinn der im Juli 2007 offenkundig gewordenen „Finanz- und Kreditkrise“ auf den Punkt gebracht!

Dort, wo allein über die Aufrechterhaltung und Durchsetzung des geltenden Eigentumsrechtes die weltweite Herrschaftsfrage als final geklärt und entschieden betrachtet werden kann, da sind Geld, Zinsen und Kredit nicht mehr erforderlich!

Genau, dienen doch Zinsen immer nur dazu, schaffende Menschen zu entreichern und den Gewinn aus der Schaffenskraft den Besitzenden zur Verfügung zuzuschieben. Und wo Geldschöpfung zum „Aufkaufen“ aller Sachwerte nicht mehr erforderlich ist, bedarf es auch keines Kredits mehr. Wir erleben nun, wie der „Kredit an sich“, und mit ihm die gesamte bisherige Finanzzockerei, gezielt in Verruf gerät. Wenn das System dann in die eigentliche Abwicklungsphase eintritt, sind die Schuldigen schon ausgemacht – die gierigen Heuschrecken und Finanzhaie, Hedgefondsbesitzer und Bankmanager... Manager überhaupt, was der alberne Mediendebatte über deren Gehälter einen tieferen Sinn verleiht... kurzum, alle plutokratischen Hilfskräfte, deren Dienste bald nicht mehr benötigt werden.

Da reicht es völlig aus, wenn alle Wertpapiere ihren Kreditcharakter verlieren und zu nackten Eigentumsanteilen werden. Die seit Jahrhunderten andauernde Gaunerei mittels des Geldes ist abgeschlossen. Denn mehr als das Eigentumsrecht an allen wesentlichen Sachwerten kann überhaupt nicht ergaunert werden! Stehen wir heute vor der Schwelle des Vorgangs, an dem Geld wieder seinen ursprünglichen Zweck zur technischen Abwicklung des Tausches erhält?

Wäre dies der Fall, so bliebe nur noch eine Frage: Wie können die heutigen plutokratischen Eigentümer der Erde es nun noch fertigbringen, die Mehrheit der Menschen dazu zu bewegen, einen solchen Vorgang nicht nur zu dulden und zuzulassen, sondern ihn darüber hinaus zu begrüßen, ja letztlich ihn sogar zu fordern? Damit würde so ganz nebenbei erreicht, daß die ergaunerten Eigentumsverhältnisse mehrheitlich sanktioniert und akzeptiert werden! Nun, die Antwort liegt auf der Hand: Immer dann, wenn eine Veränderung für den Einzelnen zu einem persönlichen Vorteil führt, kann jeder politische Planer sicher sein, daß der betroffene Einzelne der Veränderung nicht nur zustimmt, sondern sie sogar vehement fordern wird.

Die dauerhafte Festigung der zwischenzeitlich weltweit ergaunerten Eigentumsverhältnisse kann insbesondere dann erreicht werden, wenn das gesamte Instrumentarium, welches diese Gaunerei ermöglicht hat, vielleicht nicht vollständig abgeschafft, aber inhaltlich umgedeutet und in seiner Anwendung grundlegend verändert wird, also wenn das Geld in seiner Funktion völlig umgewertet wird. Dies hat dann zur Folge, daß künftig niemand mehr in der Lage sein wird, über Geld machtpolitische Veränderungen herbeizuführen. So würden sich letztlich die heutigen Eigentums- und die darauf aufbauenden Machtverhältnisse dauerhaft zementieren lassen. Unter dem Gesichtspunkt, daß ein solcher Veränderungsprozeß durchgesetzt werden soll, muß zwangsläufig auch die Menschheit strukturell anders betrachtet und eingeteilt werden; eine Struktur, die da lautet: Wer gewinnt und wer verliert?

Die Antwort ist genau so simpel wie die Fragestellung: Der, der Geld hat, verliert; der, der weder Geld noch Kredite hat, dem dürfte es fast schon gleichgültig sein, er braucht also nur propagandistisch „geläutert“ zu werden; aber der, der kein Geld, sondern nur Kredite hat oder gar überschuldet ist, der gewinnt und erlangt einen im geltenden Wertmaßstab erheblichen Vorteil.

Dies bedeutet: Wollen die heute herrschenden Kräfte sicher sein, daß eine möglichst große Mehrheit der Menschen der vorgesehenen Veränderung zustimmt, so muß zuvor mit allen Mitteln dafür gesorgt werden, daß ein möglichst großer Anteil der Menschheit nicht nur kein Geld hat, sondern darüber hinaus auch noch persönlich mit Krediten belastet ist. Denn nicht nur das Geld wird funktionell völlig anders gestaltet werden, sondern dieser Vorgang wird begleitet von der völligen Streichung aller Kredite oder ähnlichen Forderungen, worunter letztlich auch alle Schadenersatzforderungen fallen, wie sie aus jeder Art von Betrügerei entstanden sind.

Aber selbst dort, wo keinerlei persönliche Verschuldung vorhanden ist, kann als Faustpfand noch immer die sogenannte Staatsverschuldung, die bei einem parallelen, weltweit-demokratischen Staatsbankrott ebenfalls völlig entfallen würde, als „greifendes“ Argument angeführt werden.

Der Ruf nach Entschuldung der sog. Entwicklungsländer dient möglicherweise der mentalen Vorbereitung auf eine „Weltentschuldung“.

Wird allein das Zustandekommen der Staatsverschuldung der Bundesrepublik betrachtet, die zu mehr als 90% in den letzten 13 Jahren mit allen nur erdenklichen politischen Machenschaften, Fälschungen und Schiebereien konstruiert wurde, wobei den meisten der sogenannten Staatskredite niemals eine Kreditauszahlung gegenüberstand - womit sie auch als frei erfunden bezeichnet werden können -, so zeigt auch diese Entwicklung erst nach der geplanten Entschuldungs-, Macht- und Eigentums-Zementierungsaktion ihren letzten Zweck, auch wenn die gesamte, mit der Kanzlerschaft Kohls begonnene, sogenannte „Reform“- bzw. Umgestaltungspolitik ihre Rechtfertigung überhaupt erst in der künstlich geschaffenen Staatsverschuldung fand.

Nicht ohne Hintergedanken wird in den Medien häufig über die horrende Staatsverschuldung berichtet, wobei auch die „Pro-Kopf-Verschuldung“ eines jeden einzelnen Staatsbürgers als „Bürge für den Staat“, mal als Bundesschulden, mal als Landes- oder Gemeindeschulden, thematisiert wird. Irgendwann ist Zahltag! Gezahlt wird mit den Resten des Volkseigentums – Wälder, Autobahnen, staatliche Ländereien und Liegenschaften, kurz, alles, was bis zu dem Zeitpunkt noch nicht „privatisiert“ wurde! Gezahlt wird auch mit der Arbeitskraft – wir müssen „unsere“ Schulden abarbeiten.

Neben der weltweiten Eigentumsverschiebung zugunsten der herrschenden Plutokraten, und neben der von demokratischen Politkern aller demokratischen Parteien mit höchster krimineller Energie geschaffenen „Staatsverschuldung“ bilden die Vorgänge, vorgetragen von allen Kreditinstituten, unterstützt von diversen staatlichen und halbstaatlichen Organisationen, mit denen die Verschuldung des Einzelnen in noch nie vorhandene Höhen getrieben wurde und wird, das gleich mitgeplante, sogenannte private (Entschuldungs-Zustimmungs-) Bein des finanzpolitisch laufenden Großkonzeptes....

Auch die Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten vollführen sich in kaum noch steigerbaren Kapriolen. Nach seriösen Schätzungen umfaßt die weltweite Finanzblase - rechnet man die Wertpapiere und alle anderen Arten von Schulden zusammen – zwischenzeitlich 400.000 Milliarden US-$. Die Werte des Schaltermarktes agieren längst im Astronomischen. Insbesondere die drei US-Banken JP Morgan Chase, Bank of Amerika und die Citigroup stehen an der Spitze der Entwicklung. So erreichten im Juni 2003 die Wertpapiergeschäfte von JP Morgan ein Volumen von 33.300 Mrd.$, die Bank of America 14.300 Mrd.$ und die Citigroup 13.000 Mrd.$.

Und gerade diese 3 Banken haben sich am 9.11. des Jahres 2007 zur Auflage eines „Super Fonds“ entschlossen, der den Handel mit Risikopapieren wieder in Schwung bringen bzw. das entschwundene Vertrauen wieder herbeizaubern soll! Dies ist natürlich auch als Signal an jene naiven Zuschauer gedacht, die aufatmen, wenn die Notenbanken angeblich zur Krisenvermeidung „frisches Geld“ in den Markt werfen. „Die da oben werden’s schon richten“. Mit Nebelkerzen dieser Art kann man die Krise vom Ablauf her in die Länge ziehen und den Punkt herauszögern, an dem auch dem Leichtgläubigsten auffällt, daß „der Kaiser ja gar keine Kleider anhat“ bzw. wir mal wieder nur einer Showveranstaltung beigewohnt haben, deren Ausgang vorher schon feststand!

Was nun die bundesrepublikanischen Inlandsentwicklungen anbelangt, so hat auch Oberlehrer Eichel, z.Zt. Bundesfinanzminister, endlich die Möglichkeiten der Zeit erkannt. Um seinen desolaten Haushalt kurzfristig um acht- bis neunstellige Ausgabenbeträge zu entlastet, sind er und sein Beraterstab auf die Idee verfallen, Staatschulden nur noch kurzfristig zu günstigeren Zinssätzen aufzunehmen. Während das Magazin „Der Spiegel“ vermutet, hierbei handele es sich um Spekulationen auf die Zukunft, so zeigt Eichels Manöver doch nur in aller Deutlichkeit das baldige Ende des gesamten Finanzsystems an, womit auch die Langfristigkeit der Finanzplanung aufgehoben ist. Weshalb sollten langfristige Kredite zu höheren Zinsen aufgenommen werden, wo doch in absehbarer Zeit eh alles zusammengeklappt wird?

Die nächste Ausbaustufe des Umgangs mit Steuergeldern und Staatsverschuldung ist die Zins- und Derivatzockerei der BRD-Kommunen, woran angeblich bis zu einem Drittel aller Städte und Gemeinden beteiligt sein sollen! Ein Thema, welches in den Medien fast völlig unter den Teppich gekehrt wird, da man wohl den durchaus berechtigten Zorn der Steuerzahler und Wähler fürchtet.

Auf einer völlig anderen Politbühne wird parallel eine andere Gespensterszene nach dem gleichen Drehbuch aufgeführt. Auch sie zeigt, daß das Ereignis der Weltentschuldung und der Re-Definition des Geldes nicht etwa in irgendeiner fernen Zukunft liegt, sondern innerhalb der nächsten 5 Jahre stattfinden wird. Nichts zeigt dies deutlicher als die offensichtlich von den US-Plutokraten geforderte Aufstellung ihres erprobtesten und ergebensten deutschen Dieners, nämlich des amtierenden Direktors des Internationalen Währungsfonds (IWF), Horst Köhler, als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten. Kann aus diesem an und für sich recht unbedeutenden Amt heraus doch jederzeit verhindert werden, daß in der Bundesrepublik Gesetze - auch wenn sie von Bundestag und Bundesrat beschlossen wurden - in Kraft treten und wirksam werden, so sie denn dem plutokratischen Vorhaben entgegenlaufen. Ist doch im Grundgesetz festgeschrieben, daß ein Gesetz nur dann in Kraft treten kann, wenn es die Zustimmung des Bundespräsidenten findet. Die gesetzgebenden Organe des Bundes daran zu hindern, die plutokratischen Pläne evtl. durch Gesetze zu blockieren oder in irgendeiner Weise zu be- oder verhindern, diese Möglichkeit zumindest für die Amtszeit des nächsten Bundespräsidenten auszuschließen, darin dürfte der eigentliche Grund für die Kandidatur Horst Köhlers zu sehen sein....

Schon allein die Tatsache, daß hier mit Horst Köhler einer der Top-Helfershelfer als einzig wählbarer Kandidat ins „Rennen“ um den Posten und die Funktionen des Bundespräsidenten geschickt wird, läßt erahnen, wie das politische Klima in Deutschland eingeschätzt wird und wie groß das Übel sein dürfte, welches uns allen in nicht ferner Zukunft präsentiert wird.

Momentan sehen wir in der EU-Spitze außer Köhler – der seine Doktorarbeit über die „Freisetzung von Arbeit durch technischen Fortschritt“ verfaßte – an Finanzfachkräften noch Jean Claude Juncker[1], den luxemburgischen Supereuropäer, der eine Art EU-Finanzminister ist, sowie in England Gordon Brown, den neuen Premier, der zuvor 10 Jahre Schatzkanzler war. Weiterhin Romano Prodi, Italien, EU-Kommissionspräsident von 1999-2004, Wirtschaftswissenschaftler und Privatisierungsexperte, in Dänemark Anders Fogh Rasmussen, zuvor Steuer- und Wirtschaftsminister mit einem Studium in Wirtschaftswissenschaft; Portugals Präsident ist ebenfalls Wirtschaftswissenschaftler, promovierte in New York über „Steuern und die Ölkrise“, war auch Berater der portugiesischen Nationalbank und 1985-1995 Premierminister, trimmte Portugal auf EU-Kurs. Auch in den Niederlanden und Schweden sitzen derzeit mit Balkenende und Reinfeldt Wirtschaftsfachkräfte an der Spitze des Staates.

Solche parallelen Anzeichen weisen darauf hin, daß die Plutokraten ihre Personalstrategie darauf ausrichten, die Position des „Staatsoberhauptes“ in den europäischen Demokratien mit besonders verdienten und bewährten Handlangern aus ihrem Finanzschieberbereich zu besetzen, was die Vermutung nahe legt, daß in nicht so ferner Zeit größere Veränderungen zu erwarten sind, für die bereits heute die passenden Figuren in die entsprechenden Positionen gebracht werden...

Soweit die – gekürzten - Ausführungen von Gerrit Ullrich im März 2004, ergänzt durch Aktualisierungseinschübe.

 

Horst Köhler ist übrigens Mitglied der Trilateralen Kommission, ebenso wie Peter Sutherland, ehemaliger EU-Kommissar, der zugleich „chairman“ bei BP und der US-Investmentbank Goldman Sachs ist. Über Goldman Sachs berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger am 15.12.07: „Goldman Sachs hat laut Experten an der Kreditkrise gut verdient. Die Bank habe früh auf einen Zusammenbruch der Märkte gesetzt und so vier Milliarden Dollar Gewinn eingestrichen.“ Als Dankeschön beschert die Bank ihrem Chef Lloyd Blankfein zu Weihnachten 2007 einen Bonus von 67,9 Millionen Dollar (KstA 24.12.07). Der Statthalter von Goldman Sachs in Deutschland, Alexander Dibelius, pflegte bereits gute Kontakte zu Angela Merkel, bevor sie „auf Anregung von Horst Köhler“ Kanzlerkandidatin wurde. Köhler wiederum wurde angeblich von Angela Merkel im März 2004 zum Präsidentschaftskandidaten gekürt, obwohl dessen Amtszeit als Direktor des IWF noch bis April 2005 gedauert hätte.

Tja, man kennt sich gut im Netzwerk von Politik und Wirtschaft, es ist schon fast wie ein Familienbetrieb – allerdings eher sizilianischer Art.

Und wo wir einmal dabei sind: Im 37-köpfigen Verwaltungsrat der staatseigenen KfW-Bankengruppe, mit deren IKB-Bank die Krise offenkundig gemacht wurde, sitzen nebst anderen Politikern als Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender der jeweils amtierende Finanzminister und der Wirtschaftsminister. Im Jahre 2004 waren dies die Herren Eichel und Clement. Eichel war am 13.1.2004 zu Gast im Historischen Museum Berlin, als Finanzoberguru Greenspan dort Hof hielt, um ca. 400 auserwählten Zuhörern „die Globalisierung zu erklären“. Ein weiterer Zuhörer war Otto Graf Lambsdorff, ebenfalls ein Trilaterale-Kommission-Kollege von Köhler. Greenspan erläuterte dort: „Wenn wir ein völlig flexibles System hinbekommen, dann können wir die Probleme lösen, die darin bestehen, daß die Defizite in einem Land wie den USA unvermeidlich wachsen und sich deshalb Forderungen an Länder wie die USA aufhäufen.“ Aber es gibt natürlich eine Gefahr, „die Gefahr eines schleichenden Protektionismus, die mich seit einiger Zeit beunruhigt“.

Mit anderen Worten: Wenn der Rest der Welt weiterhin so „flexibel“ ist, das US-Leistungsdefizit mit über 2 Milliarden Dollar pro Tag zu unterstützen, anstatt Schutzmaßnahmen gegen die Ausbeutung der Leistungskraft der anderen Völker dieser Erde zu ergreifen, dann ist für Greenspan und seine Hintermänner alles in Ordnung.

Natürlich wurde der Hinweis auf eine Notwendigkeit der Ausweitung der Flexibilität des deutschen Finanzmarktes zugunsten von „einem Land wie den USA“ von den Anwesenden verstanden und aufgegriffen. Kurz nach Köhlers Amtsantritt, am 18. Juni 2004, verabschiedete der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Förderung von Wagniskapital“, das eine Besteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren sicherstellt. Dies war eine Forderung der True-Sale-Initiative von 13 Banken, darunter die staatlichen und staatsnahen Institute KfW, Bayerische Landesbank, DekaBank, Eurohypo, HSH Nordbank, Landesbank Hessen-Thüringen und WestLB AG, die im Mai 2004 die True-Sale-International GmbH gründeten - eine Zweckgesellschaft für Verbriefungen[2], die diese recht neue Art der Finanz- und Kreditzockerei in Deutschland etablieren sollte und eigene Zertifikate (=Beruhigungspillen) vergibt.

Wenn es zum großen Plan gehört, die Staatsbanken der BRD in die sich bereits 2004 abzeichnende US-Hypothekenblase mit hineinzuziehen, solange deren Vermögen durch den Steuerzahler garantiert wird, so mußte der Zusammenbruch vor dem endgültigen Auslaufen aller Staatsgarantien erfolgen. Dazu sagte der Sprecher der WestLB, Hans Obermeier, lt. KSTA vom 16. Juli 2005: „Wir sind bis 2007 durchfinanziert“. Viele Institute hätten sich vorsorglich noch vor Ablauf der Haftungsfrist am 19.07.2005 „genügend Fremdkapital zu den alten günstigeren Konditionen gesichert“, was im Klartext heißt, daß der Steuerzahler weiterhin in der Haftung für alle langfristigen Kredite ist, die noch schnell vor diesem Termin abgeschlossen wurden.

Wirtschafts-Woche 35/2007: „In letzter Konsequenz müßte der Steuerzahler für mögliche Verluste von IKB, SachsenLB und anderen gerade stehen. Die KfW gehört dem Staat, die Landesbanken haben die Garantie des Staates, für sie bei Zahlungsproblemen einzutreten, offenbar noch geschickt über die Zeit gerettet. Die Zweckgesellschaft der SachsenLB startete, als die Gewährträgerhaftung gerade noch galt.“

Zusammenfassend ist festzustellen, daß hier kein zufälliger, überfälliger, durch Dummheit/Gier verursachter oder systembedingter Zusammenbruch abläuft, sondern Zug um Zug ein sorgfältig geplantes Betrugsverbrechen abgewickelt wird. Ob dies im Sinne der Planer störungsfrei abläuft oder ihre Pläne noch durchkreuzt werden, bleibt abzuwarten.

Mit Sicherheit wird man aber die Absicht hinter der „Krise“ nicht zugeben. Selbst Megaschauspieler Greenspan nimmt für sich „Dummheit“ und „Unkenntnis“ in Anspruch – getreu dem Demokratenspruch „Lieber dumm darstehen als kriminell“.

 

Da wir im Gegensatz zu den Amerikanern in Gelddingen etwas vorsichtiger sind und uns nicht so hemmungslos verschulden, werden wir über unsere staatlichen und halbstaatlichen Banken in die Krise hineingezogen.

Bereits am 6. Juli 2004 berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger über „Amerikaner in der Schuldenfalle“ - und dies zu einem Zeitpunkt, wo der „niedrigste Zinssatz seit 46 Jahren“ von 1 auf 1,25 % erhöht wurde. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Privatverschuldung der US-Amerikaner bereits insgesamt 9 Billionen US-Dollar! Am 4.02.2005, nur 7 Monate später, betrug der US-Notenbank-Zins bereits 2,5 %, also das Doppelte!

Gewiß werden die amerikanischen Banken es nicht fertigbringen, Millionen Häuslebesitzern ihr Dach über dem Kopf wegzupfänden und sie auf die Straße zu setzen. Was ist also naheliegender, als daß die kreditgebende Bank bzw. der „Investor“, der die Kreditverbriefungen aufgekauft hat, das Haus übernimmt und dem Besitzer das Wohnrecht gegen Mietzahlung einräumt? Eine wahrhaft humane Lösung, der nicht nur die Betroffenen freudig zustimmen dürften.

 

 

 

 



[1] Ihm verdanken wir die folgende Aufklärung über das Demokratieverständnis der Plutokratenhelfer: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ SPIEGEL 52/1999 S. 136

[2] Verbriefung = Schaffung handelbarer „Wert“papiere aus Eigentumsrechten oder Forderungen