Bildung statt Muttermilch

B. Ullrich

Ismene Poulakos vom Kölner Stadtanzeiger interviewt den „renommierten Frühpädagogen Professor Dr. Dr. Dr. Wassilios Fthenakis“ am 23.1.07:

Die Forschung befürwortet eine Fremdbetreuung ab sechs Monaten. Ich persönlich rate, das erste Jahr abzuwarten, also bis die Kinder laufen können. Für dieses Jahr müssen wir uns noch etwas einfallen lassen, um die elterliche Kompetenz zu stärken.“

Wer sich hinter „die Forschung“ verbirgt, bleibt im Dunkeln. Da die Forschung aber durch Forschungsgelder unterhalten bzw. erst ermöglicht wird, werden solche Forschungen im Interesse der Geldgeber durchgeführt. Und wer die Musik bezahlt, der bestimmt, was sie spielt. Diese Forschung kommt also zu dem gewollten Ergebnis, daß man die Kinder frühestmöglich, am besten schon mit 6 Monaten, den Eltern wegnehmen und sie durch fremde Personen „betreuen“ lassen soll. Wie heißt es im ABC des Kommunismus vom Oktober 1919?

...§ 79. Die Vorschulerziehung. In der bürgerlichen Gesellschaft wird das Kind, wenn nicht ganz, so doch größtenteils, als Eigentum seiner Eltern betrachtet. Wenn die Eltern sagen: „mein Sohn, meine Tochter", so bedeutet es nicht nur das Vorhandensein verwandtschaftlicher Beziehungen, sondern auch das Recht der Eltern auf die Erziehung der eigenen Kinder. Dieses Recht ist vom sozialistischen Standpunkt aus ganz unbegründet. Der einzelne Mensch gehört nicht sich selbst, sondern der Gesell­schaft, dem Menschengeschlecht. Nur dank der Existenz der Gesellschaft kann jedes einzelne Individuum leben und sich entwickeln. Deshalb gehört das Kind jener Gesellschaft, in welcher und dank welcher es geboren wurde, nicht aber einzig und allein der „Gesellschaft" seiner Eltern. Der Gesellschaft gehört auch das ursprünglichste und fundamentalste Recht der Kindererziehung. Von diesem Standpunkte aus müssen die Ansprüche der Eltern, durch die Hauserziehung in die Seele ihrer Kinder ihre eigene Beschränktheit zu legen, nicht nur abgelehnt, sondern auch ohne Erbarmen ausgelacht werden. ... Von hundert Müttern sind vielleicht eine oder zwei fähig, Erzieherinnen zu sein. Die Zukunft gehört der gesellschaftlichen Erziehung. Die gesellschaftliche Erziehung gibt der sozialistischen Gesellschaft die Möglichkeit, die künftige Generation mit dem geringsten Verbrauch an Kräften und Mitteln am erfolgreichsten zu erziehen.“

So ganz neu sind die neo-bolschewistischen Forschungsergebnisse wohl doch nicht. Auf die Feststellung der Reporterin, daß es in Deutschland jahrzehntelang (??) selbstverständlich war, daß kleine Kinder zur Mutter gehören, antwortete der „Professor für Entwicklungspsychologie“, Leiter des „Staatsinstituts für Frühpädagogik“ in München:

Ja, besonders im Westen. Aber international und europaweit ist diese Philosophie längst überwunden. Heute wissen wir...“

...alles besser...dank Forschung...hurra! Aber keine Bange, liebe deutsche Eltern, der Herr Professor will euch das Kind ja erst mit 12 Monaten wegnehmen, damit es seine Bildungschancen wahrnehmen kann. So lange müßt ihr euch selbst damit herumplagen, muß wenigstens einer von euch die Karriere unterbrechen.

Wir brauchen dringend einen qualitativ hochwertigen Bildungsplan für die Kinder bis zum sechsten Lebensjahr. Dieser Bereich ist das Fundament im Bildungsverlauf und prägt das ganze Leben.“

Der zukünftige totalitäre Konzernstaat benötigt keine freien, in gesunden Familienverbänden verwurzelten Persönlichkeiten, sondern lenkbare, fremdorientierte, mit vorsortierten Informationen abgefüllte Kreaturen, die sich der Neuen Weltordnung der Plutokraten anpassen. Deshalb muß der „Bildungsplan“ den Kindern so früh als möglich aufgeprägt werden!

Erst wenn genügend qualitativ hochwertige Angebote aufgebaut sind, sollte der Kindergarten konsequenterweise ein Teil des Bildungssystems sein und so behandelt werden wie die Schule – kostenfrei und verpflichtend. Das haben die Holländer gemacht und es funktioniert.“

So haben wir schon als Kinder argumentiert, wenn die Eltern etwas nicht erlauben wollten: „Die und der machen aber auch...“. Es handelt sich hier um eine dieser immer häufiger benutzten Behauptungen, daß irgendwo in der EU etwas so oder so erfolgreich gehandhabt wird und wir dies deshalb nun nachahmen müssen. Auf seiner Weltnetzseite www.fthenakis.de behauptet er auch, daß fast überall in Europa die Erziehungskräfte ein Hochschulstudium hätten. Eine Kopflastigkeit anstelle menschlicher Wärme befürchtet er aber nicht.

Da ist zum Beispiel die lernmethodische Konsequenz, also wie Kinder das Lernen lernen... Wenn wir das nur dem Spiel oder dem Zufall überlassen, dann bleibt diese Fähigkeit auf dem untersten Niveau.“

Vielleicht müssen sie aber zuerst das Lernenlernen lernen??...Man fragt sich, wie unser Volk einmal – in vordemokratischen Zeiten - führend in Wissenschaft, Forschung und Technik werden konnte ohne die Erkenntnisse von Professor Fthenakis und seinen bolschewistischen Vorturnern! Wenn die Ausbildung schon kurz nach Verlassen des Mutterleibs anfängt, kann die Wirtschaft demnächst wieder die Kinderarbeit einführen – hochqualifiziert, versteht sich, um den „drohenden Facharbeitermangel“ abzuwenden. Die Auslese, wer in der angepeilten 20:80-Gesellschaft zu den 20 Prozent Auserwählten, der Plutokratenhelferschicht, gehören darf, kann gar nicht früh genug beginnen!

Wie wäre es denn mit der Einrichtung von Schlafschulen, wie in Huxleys Zukunftsroman „Schöne neue Welt“ beschrieben? Dort bekommen die lieben Kleinen von Geburt an durch Einflüsterung per Kopfkissenlautsprecher in ständigen Wiederholungen alles eingehämmert, was sie zum Leben wissen und glauben müssen.

Weitere Aussagen des in Saloniki geborenen, auf Kreta aufgewachsenen, seit fast 40 Jahren in Deutschland lebenden Doppelpaß-Griechen, dessen Vater „im Zweiten Weltkrieg im Kampf gegen die deutschen Besatzer fiel“, der Mitglied in 20 „wissenschaftlichen Organisationen“ in Europa und USA ist, außerdem noch 6 Ehrenämter innehat – fast alles im familien-, erziehungs- und bildungspolitischen Bereich:

Zudem ist Bildung in unserer Zeit nicht mehr regional oder national auszurichten, sondern muß sich an internationalen Standards messen. Wir haben die Kinder auf eine Welt vorzubereiten, die zu einem globalen Denken und Handeln herausfordert.“ Was gehört dazu? „Zum Beispiel die Beherrschung von mehreren Sprachen, interkulturelle Kompetenz, die Fähigkeit, mit anderen und Andersdenkenden angemessen umzugehen....

Wir haben die Erziehung mit zwei Philosophien vorangetrieben, die kaum miteinander kommuniziert haben. Schulische und vorschulische Erziehung sind bislang weit gehend getrennte Welten. Um dieses Problem zu lösen, muß man ein Bildungskonzept von der Geburt der Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit, am besten einschließlich der Universität, entwickeln. Und dafür sorgen, daß die Ausbildung der Lehrer und Erzieher gemeinsam erfolgt.

Wenn ein Kind seine eigene Muttersprache und kulturelle Identität gefestigt hat, kann das Kind eine, zwei, manchmal auch drei zusätzliche Sprachen erwerben. Wir sagen, beginnen wir mit der zweiten Sprache im Kindergarten.

Wer ist wir? Die Fachleute.

Mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung wächst mittlerweile bilingual auf. Und die meisten Kinder haben keine Probleme damit.“

 

Ja, wenn das so ist, dann wird es auch bei uns höchste Zeit für die Einführung von Schnullerenglisch oder Schnullertürkisch!