S... auf die anderen!
www.spatzseite.de
21.09.08
|
|
Warum ausgerechnet Lehman Brothers? Im letzten Jahr hat
die Mitbesitzerin an der Federal Reservebank einen langen und in den Medien
hoch gelobten Bericht über den Klimawandel veröffentlicht. Darin predigte sie
wie unsere Rot-Grünen (die Trommler für die internationale Hochfinanz)
modegerecht den Ausstieg aus der Kohle (nicht nur aus der Kernenergie) und
kündigte ihren Investoren hohe Gewinne aus der Klimapolitik nach Art des
Kyoto-Protokolls an, und das aufgrund hoher Subventionen durch die
Steuerzahler. Die Bank konnte wohl das Klima in hundert Jahren voraussagen,
aber nicht ihren Bankrott im nächsten. Politiker, Medien und natürlich die
Rot-Grünen überschlugen sich in den USA (weniger bei uns) wegen des
"Klima-Engagements" der Bank in Lobeshymnen. Und nun? Aus die Maus!
Andere Finanzinstitute wurden übernommen, bekamen Geld auf unsere Kosten
(über Geldentwertung finanziert). Warum das Traditionshaus Lehman Brother mit
seiner 613 Mrd. US-Dollar Pleite nicht? Finanz-Guru
Alan Grünspan meinte im ABC "This Week" salomonisch: "Nein,
wir sollten wirklich nicht jede einzelne Institution schützen. Der normale
Lauf der finanziellen Dinge kennt Gewinner und Verlierer". Wie weise!
"Alle Menschen sind gleich, aber einige gleicher", schrieb der
gleichere Bernhard Shaw. Was macht einen zum Gleicheren? Und gehört Lehmans
geschäftsführender Direktor nicht dazu? Er hört auf den Traditionsnamen
Theodore Roosevelt IV. Aber nicht nur das, er ist Vorsitzender des "Pew
Zentrums für globalen Klimawandel", einem Elite-Grünen-Club mit viel
Geld (etwas davon bekam auch unser Klima Fuzzy, Prof. Rahmstorf),
Vizevorsitzender der Wilderness Society, und er sitzt im Kuratorium des
American Museum of Natural History, des World Resources Institute, des
Institute for Environment and Natural Resources, der Universität von Wyoming,
und der Fische-Schutzfirma Trout Unlimited (um nur seine grünen Engagements
zu nennen). Warum wurden gerade die Lehmann Brüder geopfert? "Christiani
ad leones!" Christen vor die Löwen, jede Staatskrise braucht
Sündenböcke, das Volk könnte sonst aufs Ganze gehen. Ist es das? In
Deutschland, wo sie ursprünglich herkam, war die Bank weniger bekannt, wären
da nicht die erst 300, dann 350, nun schon 536 Millionen Dollar, welche die
bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau noch am Tag des Konkurses an die
Pleite-Firma verschoben hat, wahrscheinlich um den obersten Elitemenschen
noch ein Taschengeld als Abfindungen zuzustecken. Insgesamt kostet die
Lehman-Pleite nach Aussagen des Bundesverbandes Deutscher Banken ihren
Einlagesicherungsfonds rund sechs Mrd. Euro. Ein "bedauerlicher
Fehler" lamentieren Politiker und Medien. Absicht, nein! Niemand macht
so etwas bewußt. Und Sie glauben das? Millionen, aus Versehen! - und das bei
der heutigen Finanzlage, in der es sich jede Bank viermal überlegt, einer
Kollegin Geld zu leihen? Nach dem Spekulationsspiel um die IKB-Pleite (neun
Milliarden steckte die KfW in die Schulden dieses Leichnams und dann:
"Von Risiken befreit, mit zwei Milliarden frischem Kapital und einem
Besserungsschein über eine Milliarde Euro ausgestattet, wird die IKB nun für
knapp über 100 Millionen Euro [an eine US-Heuschrecke, HB] verramscht",
so die FAZ vom 17.9.2008), mußte die Ex-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier
(FDP-SPD), die dort ihr politische Gnadenbrot bekam, gehen. Die Lehman-Pleite
trifft nun gleich zwei Frühstücksdirektoren und den Buchhalter, um einen
weiteren "bedauerlichen Fehler" zu untermalen und den Volkszorn in
gewünschten Bahnen zu halten. International
gehen die Aufräumarbeiten weiter: Merrill Lynch wurde von Bank of America
übernommen. Der weltgrößte Versicherer, A.I.G., bekam auf unsere Kosten (wir
zahlen per Geldentwertung) mal vorsichtshalber 85 Milliarden US$. Weiteres
wird folgen, denn die Gesellschaft versicherte Kreditderivate; diese würden,
sollte A.I.G. implodieren, ebenfalls einklappen. Für die
Hypothekenversicherer Fanny Mae und Freddie Mac zahlen in erster Linie die
Chinesen, die angeblich um die 365 Milliarden US-Dollar in diesen
"absolut sicheren" Papieren geparkt hatten. Die Russen waren nur
mit 40 Milliarden dabei. Wie viel deutsche Super-Spekulanten mit fremden Geld
verspielt haben, erfährt hier kein Nicht-Insider. Die US Regierung will
angeblich für die Schulden der beiden Hypotheken-Versicherer aufkommen. Ihre
Pleite bezog sich auf vier Millionen Hypothekenausfälle im Wert von rund 5
Billionen ("trillion") US$. Das ist rund in Höhe der bisherigen
US-Staatschulden. Ein Bankrotteur stützt den anderen. Die Zentralbanken
schütten an nur einem Tag 180 Milliarden in das Spekulantenloch und sorgen
damit für höhere Preise für Sie und mich. Das
ist aber noch nicht alles: Über der US-Schweizer Bank UBS kreisen angeblich
schon die Pleitegeier, die US-Regierung sucht Käufer für die Sparkasse
Washington Mutual, die britische Großbank HBOS wurde von Lloyds TSB
übernommen. Und das Handelsblatt titelte wohl nicht ganz ohne Grund:
"Wall Street bangt um Morgan Stanley". 120 mittlere und kleinere
US-Banken sollen schon beim Konkursrichter angeklopft haben. Die Oberfreien
Marktwirtschaftler können sich jetzt nicht genug Staatsknete in den eigenen
Hintern blasen und werden allenfalls von Befürchtungen gebremst, ihr Griffe
in die Plätzchen-Dose könnte in der Bevölkerung einen "moral
hazard" auslösen. Moral dort? Fehlanzeige! Eine Grenze wäre erreicht,
wenn Otto Normalverbraucher sagt: "Jetzt reicht's!" Nähern wir uns
einer solchen? Er sagt es schon lange, und nichts rührt sich. Reden und
Schreiben reicht nicht. Macht
man bei uns wirklich nur "bedauerliche Fehler", und meint
verzeihliche? Sie erinnern sich an Haim Saban mit den zwei Pässen, dem
israelischen und dem der USA. Der bekam mit freundlicher Unterstützung aus
Berlin die Propagandaanstalten Pro 7 und Sat 1 zum Sonderpreis, obwohl es
Interessenten mit weit höheren Angeboten und deutschen Pässen gab. Dafür
verkaufte Saban besonders günstig. Aus der Differenz ließen sich Spenden für
Israel abzweigen. Kürzlich wurde die Bundesdruckerei vom Bund zurückgekauft.
Die Druckerei druckt nur unser Geld und unsere Ausweise und war bis zu ihrer
Privatisierung ein lukratives Geschäft. Sie ging unter Rot/Grün an die Herren
Alan Patricof und Ronald Cohen. Auch die hatten rein zufällig israelische
Pässe: "Die Finanzinvestoren hatten den Kauf über Pump finanziert und
die Schulden dem Unternehmen aufgebürdet" schrieb selbst die sonst
israelfreundliche "Welt" am 11.9.2008 auf Seite 12. Aus den Taschen
Patricofs und Cohens kam kein einziger Cent. Da der zuständige Finanzminister
Eichel (SPD) in diesem Fall (aber nicht in Ihrem) großzügig auf die sofortige
Bezahlung verzichtete, konnten die beiden die Kredite für die Finanzierung
durch die Banken (drei Milliarden Euro) der Firma angelastet und das Geld
einstecken. Der Bund sah dank Eichels großzügiger Fürsorge nichts davon. Zwei
Jahre später hatten die beiden Israelis die Bundesdruckerei
heruntergewirtschaftet oder - besser gesagt - ausgeplündert.
"Notgedrungen ist der Bund nun wieder voll eingestiegen. Über den Preis
wurde Stillschweigen vereinbart. Er wird über dem Gebot von 400 Mio. Euro von
G&D und den angeblich bis zu 900 Mio. reichenden Geboten von
ausländischen Bietern liegen - da bleibt zusammen mit den Darlehen ein
hübsches Sümmchen, daß der Staat begleichen muß. Die Welt rechnet mit 1,2 bis
zwei Mrd. Euro allein für die beiden Ehrenmänner Patricof und Cohen.
Unbekannt bleibt natürlich auch, wie viele Euroscheine sie inzwischen für
ihre Auftraggeber etwas außerhalb der Legalität gedruckt haben und wie viele
Pässe und Ausweise für Agenten ihres Geheimdienstes. Denn irgendeinen Sinn
mußte diese "Privatisierung" doch gehabt haben. Oder war es wieder
nur ein "bedauerlicher Fehler", der weniger groß an die Glocke
gehängt wird. Aber
bitte, nicht immer Ihren einprogrammierten Vorlieben entsprechend gleich
"Ja, die Linken!", "Ja, die Rechten" rufen, wenn es um
das Zentrum der Macht geht. Vielleicht haben Sie bemerkt, daß bei der ehemals
deutschen ARAL plötzlich ein grünes BP-Logo (British Petroleum) auftauchte
und schamhaft klein bei der Deutschen Erdöl AG (DEA) das SHELL-Zeichen. Das
geschah klammheimlich nach der Wiedervereinigung unter dem schwarzen Kohl.
Und aus Gleichbehandlungsgründen bekam die französische Total-Elf die
Leuna-Werke für ein "Vergelt's Gott" und eine Parteispende. Zuvor,
1991, hatte Bush Vater 18 Mrd. DM nur so für den Irakkrieg bekommen. Das Wort
"Reparation" hat seit Versailles in Deutschland einen schlechten
Klang. In der Politik kommt es nur noch auf die Wortwahl an, alles andere
geschieht einvernehmlich. Dabei
kann man nicht sagen, Bundeskanzler Kohl hätte den Deutschen nicht gesagt,
was er vor hatte. In einer Ansprache im Deutschen Fernsehen sagte er im
August 1989 deutlich: "Die Bundesrepublik muß sich wegentwickeln von
einem Hochlohn-Industrieland und sich hinentwickeln zu einem
Niedriglohn-Dienstleistungsland". Und das geschah auch so: Harz IV plus
ein Euro je Stunde zusätzlich für Arbeit, oder Zeitarbeitslöhne für solche,
die es nicht lassen können à fünf Euro und Windrädchen zur Energieversorgung
wenigstens fürs Fernsehen - mehr braucht's eh nicht mehr. Sie haben
vielleicht nicht mitbekommen, daß gegenwärtig die Transrapid International
GmbH diese Technologie an die Chinesen verkauft, im
"Dienstleistungsland" sieht sie dafür keine Chance mehr. Und für fünf
Euro die Stunde wollte sogar der Finanzsenator von Berlin Sarrazin (SPD)
arbeiten gehen. Niemand bot ihm dafür eine Chance. Aber wahrscheinlich meinte
er: zusätzlich zum Ministerialgehalt. Die
Immobilienblase stürzt Millionen Amerikanern in Armut. Ihre Häuser werden
zwangsversteigert, Millionen Männer, Frauen und Kinder sitzen plötzlich auf
der Straße oder ihm Wohnwagen, der aus besseren Tagen übrig war. Die
Derivate-Blase nimmt Millionen Amerikanern Altersversorgung und Spargroschen
(ähnlich wie in Deutschland die Inflation 1923). Die Rezession (genannt
"Aufschwung") läßt die Arbeitslosenzahlen steigen, trotz gezinkter
Zahlen der Ämter. Bei steigenden Immobilienpreisen konnten viele Amerikaner
über höhere Hypotheken ihren Lebensunterhalt halten. Ihr Einbruch hat sie nun
enteignet, und ihnen bleibt allenfalls die Kreditkarte. Wegen der hohen
Zinsen kann auch das nicht lange gut gehen. Ähnlich geht es natürlich auch
den Gemeinden im Land, die ihre Leistungen stückweise zurücknehmen, bis
selbst an Polizei und Feuerwehr gespart werden muß. Wenn das alles:
Immobilienkrise, Rezession, Preiserhöhung für Lebensmittel und Energie keine
Sozialkrise sein soll, was wäre dann eine. Sie wird drüben stärker als bei
uns empfunden, weil trotz der unseligen "Reformen" das soziale Netz
hier immer noch stärker ist als in den USA. Sozialkrisen werden in der Regel
zu "Regimekrisen", die sich durch Wahlen (die gleiche Zahnpasta in
beliebig gefärbter Verpackung) nicht mehr überspielt läßt. Eine
soziale Revolution in Amerika? Wer könnte im Land der Selfmade-Men, die
selbst Schuld sind, wenn es für sie kein Arbeitskommen gibt, daran glauben.
Doch gibt es in den USA, etwa wie in Deutschland bis 1920, eine politische
Institution, die noch nicht diskreditiert ist. Im Gegenteil, auf die Armee,
"our boys", läßt der Amerikaner nichts kommen, auch wenn sie statt
des Landes nur die Ansprüche der "Absentees" verteidigen. Was
früher in den USA kaum denkbar war, geschieht nun immer öfters: Hohe
Offiziere kritisieren öffentlich die politischen Institutionen auch den
Präsidenten. Sie, die Offiziere, werden dagegen kaum kritisiert, obwohl ihre
Kriegsführung ("shoot first, ask questions later") mit den
ungeheuren Kollateralschäden in Irak, Afghanistan und sonstwo, genug Anlaß
dazu böte. Auch
für das Militär wird die Wirtschafts- und Finanzkrise zum Problem, das
irgendwann auf die Militärhaushalte durchschlägt. Was wird geschehen, wenn
die "Sehr große Depression" von 2008/9 sich zu einer Krise des
politischen Systems in den USA auswächst? Meinen Sie die Militärs kümmern
sich nach der Machtübernahme noch um Klimaschutz, vor allem dann, wenn es
immer kälter wird. Vielleicht hat die Entscheidung zwischen Lehman Brothers
und Merrill Lynch etc. etwas damit zu tun? |