Herrschaft des Rechts durch „Kinderrechte“

B. Ullrich

Nachdem die Frauen durch Emanzipation, Berufsausbildung, Frühsexualisierung, Hausfrauendiskriminierung, Familienplanung und pausenlose Medienpropaganda dem traditionellen Familienverständnis entfremdet wurden, erfolgt nun verstärkt der Angriff auf die kleinsten und wehrlosesten Menschlein, auf unsere Kinder. Wie gewohnt und tausendfach erprobt, wird dieser Breitseitenangriff propagandistisch umgedeutet in „Schutz“ und in „Rechte“. Wohldurchdachte Sozio-Logenbegriffe geistern durch die Medien – frühkindliche Bildung, Kinderarmut in der Umdeutung zu „arme Kinder“, Immersionsunterricht [1], Medienkompetenz, kulturelle Kompetenz, Sexualerziehung, Gender Mainstreaming, Kinderrechte im Grundgesetz (sind in der EU-Grundrechtecharta ohnehin bereits festgeschrieben!), einschließlich dem Recht auf größtmögliche Gesundheit und damit auf die schulmedizinische Rundum-Betreuung vom Ultraschall im Mutterleib bis zur Berufstauglichkeitsuntersuchung vor der Lehre.

Was bezwecken denn diese selbsternannten Kinderanwälte? Geht es da wirklich um das Wohl unserer Kinder, wie allenthalben behauptet wird, oder stecken handfeste politisch-plutokratische Interessen dahinter, wie noch jedesmal, wenn irgendeine abgrenzbare Gruppe von Menschen als förderungsbedürftig behauptet und ins Rampenlicht [2] geschoben wurde?

In Artikel 6 vom Grundgesetz für die BRD steht unter Absatz (2):

Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“

Ja, da steht tatsächlich Gemeinschaft und nicht Gesellschaft. Aber der Text ist ja auch von 1949.

Da steht auch nichts über Kinderrechte, dafür etwas über Elternrechte und Elternpflichten. Und daß diese Pflicht auch ordentlich ausgeübt wird, ist ein Anliegen aller im Staat organisierten Menschen.

Im Absatz (3) wird dieses natürliche Elternrecht eingeschränkt. „Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.“

Wie Kinder verwahrlosen, ohne daß die Eltern zugleich versagen, bleibt das Geheimnis des Formulierungskünstlers. Jedenfalls bietet dieser Absatz des Art. 6 dem Staat jegliche Handhabe, um bei Bedarf vernachlässigten oder mißhandelten Kindern beizustehen und sie der staatlichen Fürsorge zu überstellen. Was soll da noch ein extra „Kinderrechte“-Artikel im GG, wie derzeit von Politikern werbewirksam gefordert?

Ohnehin ist das Grundgesetz an das internationale Recht gebunden. Die UN-Kinderrechtskonvention Übereinkommen über die Rechte des Kindes gilt in Deutschland (Bekanntmachung vom 10. Juli1992 - BGBl. II S. 990) schon seit über 15 Jahren. Sie besteht aus 3 Teilen mit 54 Artikeln!

Rechte kann man einfordert, notfalls sogar einklagen. Schon vor Jahrzehnten wurde Studenten das Recht eingeräumt, von den eigenen Eltern Unterhalt einzuklagen, wenn man während des Studiums nicht zuhause wohnen wollte. Welche familienzerstörende Sprengkraft eine solche Klagemöglichkeit in sich birgt, kann sich jeder leicht ausmalen. Nun ist ein Student altersmäßig sehr wohl in der Lage, sich selbst einen Anwalt zu suchen, wenn er sich entschließt, seine Eltern legal auszupressen. Er sollte sogar in der Lage sein, die zwischenmenschlichen Folgen seines Handelns einschätzen zu können. Ein Kind kann beides nicht.

Wie die Umsetzung von Kinderrechten in der Praxis aussehen könnte, wurde mit der Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes vorgeführt. Im Gesetz wurde die Möglichkeit zur Gründung von Antidiskriminierungsverbänden festgeschrieben, welche, mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet, über die Einhaltung des Gesetzes wachen und tätig werden – notfalls sogar ohne Zustimmung eines „Diskriminierten“. Solche Wächterverbände (in Anlehnung an den Kinderschutzbund) sind auch für die Überwachung der Einhaltung von Kinderrechten denkbar. Und dann legt der Staat – bzw. seine Hintermänner – fest, wie wir unsere Kinder zu erziehen haben!

Schon heute gibt es verpflichtende Sprachtests für Vierjährige, unabhängig vom Bildungsstand der Familie. Diese von einer Frau Professor Fried ausgedachten Tests enthalten unter anderem sog. Quatschsätze wie: „Nachdem der Apfel gehustet hat, kitzelt er über die Gitarre“. Falls ein Kind sich weigert, diesen sinnfreien Stuß oder sonstige fremd klingende Wortschöpfungen nachzuplappern, muß es einen weiteren Testdurchgang ertragen.

Sollten Kindergartenbesuche demnächst wie geplant zur Pflichtveranstaltung werden, dann können die lieben Kleinen ihr Recht auf „frühkindliche Sexualerziehung“ wahrnehmen. Dazu hat sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schon vor Jahren was Tolles einfallen lassen:

„„Nase, Bauch und Po" heißt die Kinderliedertour der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Körpererfahrung und Sexualerziehung von Kindern. Sie tourt seit Oktober 2003 durch Deutschland. Zusammen mit dem

·         Bühnenstück "Das Märchen von Nase, Bauch und Po" bietet die BZgA die

·         Kindergartenbox Entdecken, schauen, fühlen! Mit Medien und Materialien für Kinder und ErzieherInnen sowie

·         begleitende Fortbildungsseminare für ErzieherInnen, FachberaterInnen und andere MultiplikatorInnen,

mit dessen Hilfe eine sexualfreundliche Erziehung im Kindergarten umgesetzt werden kann.“

So kommen dann auch Einzelkinder zu ihrem frühkindlichen Recht, die körperlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern handgreiflich kennenzulernen. Eltern, die ihre Kinder lieber selbst „aufklären“ wollen, sollten damit am besten gleich nach der Geburt anfangen, damit ihnen der Staat mit seinen Aufklärungstruppen nicht zuvorkommen kann. Das übergeordnete Glaubensbekenntnis der Frühsexologen lautet schlicht und einfach: „Der Mensch ist ein sexuelles Wesen von Geburt an, sein Bedürfnis nach Wohlbefinden, Lust und Geborgenheit findet je nach Alter und Entwicklung unterschiedliche Ausdrucksformen. Bei Kindern gibt es keine Trennung von Zärtlichkeit, Sinnlichkeit und Sexualität.“

Die Verpflichtung, Kinder allen „Vorsorgeuntersuchungen“ U1 bis U12 zuzuführen, ist flächendeckend in Arbeit. Nicht ohne Grund steht seit Monaten nahezu täglich etwas über Kindesmißhandlungen in der Zeitung. Dank „Social Marketing“ [3] (Breitseiten-Propaganda quer durch alle Medien und „gesellschaftlich relevante Gruppen“, unter Zuhilfenahme prominenter Mietmäuler und anderer Charakterlumpen) gibt es keine organisierte Gegenwehr gegen diese Eingriffe in die „natürlichen Elternrechte“. Und was wollen impfkritische Eltern tun, wenn ihren Kindern in der Schule oder schon im Kindergarten eingetrichtert wird, daß sie ohne Impfungen krank werden und dies ihrem „Recht auf größtmögliche Gesundheit“ entgegensteht? Wie reagiert ein Vater, wenn sein Sechsjähriger sich vor ihm aufbaut und ihn einen Rabenvater nennt, weil er ihn noch nicht vor Masern, Mumps, Röteln, Diphterie, Hepadings und Tetabums hat „schützen“ lassen? Kinder sind der Propaganda der Familienzerstörer schutzlos ausgeliefert. Dazu braucht es nicht einmal die Medien. Es reicht, wenn die Lehrer und Erzieher während ihrer Ausbildung entsprechend ideologisiert werden. Und sollte es mal ein kritischer Mensch bis in den Kindergarten oder gar ins Lehrpersonal einer Schule schaffen, so wird er gewiß bald von linientreuen Eltern oder Kollegen weggemobbt. Die vielbeschworene Zivilgesellschaft funktioniert hervorragend – im Sinne der plutokratischen Hintergrundkräfte.

Wie wehrt man sich gegen eine sanft daherschleichende, „beste Absichten“ vortäuschende Tyrannei, von der noch zu viele glauben, es sei eine Demokratie im altmodischen Sinne von Volksherrschaft? Eine Möglichkeit ist, daß Eltern, die begriffen haben, mit welchen Vortäuschungen sie schleichend entmündigt werden, andere Eltern aufzuklären versuchen. Unsere Kinder sind zu wichtig, als daß wir die Verantwortung für sie an Ärzte, Erzieherinnen, Fernseher, Abgeordnete oder UN-Bildungsexperten abgeben dürfen! Wie man in der heutigen Zeit das Band zwischen Eltern und Kindern festigt, beschreibt der Kanadier Gordon Neufeld in seinem Werk „Unsere Kinder brauchen uns“ – siehe Buchbesprechung hinten. Sorgen wir dafür, daß unsere Kinder unsere Zukunft sind – nicht die der Plutokraten!

 

 

 



[1] Immersio lat. Eintauchen, eine Fremdsprache „wie eine Muttersprache“ lernen

[2] Siehe Homosexuelle, Ausländer, Behinderte usw.

[3] siehe DEUTSCHLAND Folge 9-10.2007 S. 11 ff